Sicherheitskräfte in Kabul. Foto: dpa/Rahmat Gul

Nach vergleichsweise ruhigen Wochen und Monaten ereignet sich eine starke Explosion in Afghanistans Hauptstadt. Mehrere Menschen werden verletzt. Der Vorfall ereignet sich in jenem Teil des Zentrums, in dem viele hochrangige Regierungsvertreter leben.

Kabul - In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei einer Explosion in der Nähe des Hauses des Verteidigungsministers mehrere Menschen verletzt worden. Mindestens sechs Patienten seien gebracht worden, teilte die Nichtregierungsorganisation Emergency, die ein Krankenhaus im Zentrum Kabuls betreibt, am Dienstag auf Twitter mit.

Der Politiker Junus Kanuni sagte in einer über Whatsapp geteilten Sprachnachricht, die Explosion habe sich bei einem Gästehaus des amtierenden Verteidigungsministers Bismillah Khan Mohammadi ereignet. Der Minister selbst sei zur Zeit der Explosion mit ihm bei einer Trauerfeier gewesen. Nach Angaben eines Gehilfen des Ministers sei dessen Familie in Sicherheit gebracht worden.

Zunächst viel Unklarheit

Details des Vorfalls blieben zunächst unklar. Das Innenministerium bestätigte lediglich eine Explosion im Stadtteil Scherpur im Zentrum der Stadt, in dem viele hochrangige Politiker und Regierungsvertreter leben. Ein Sprecher der Kabuler Polizei teilte mit, Sicherheitskräfte und Spezialeinheiten der Polizei seien vor Ort.

Nach der ersten massiven Explosion waren in der Folge noch mindestens zwei weitere kleinere Explosionen im Zentrum zu hören. Lokale Medien berichteten zudem von Schüssen und davon, dass Angreifer in das Gästehaus eingedrungen seien.

Bisher bekannte sich niemand zu dem Angriff. In der Vergangenheit reklamierten die militant-islamistischen Taliban sowie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Anschläge in Kabul.

Zahl der Anschläge seit Anfang 202 zurückgegangen

In der Hauptstadt Kabul war die Zahl der großen Anschläge mit Autobomben und Selbstmordattentätern seit Anfang 2020 zurückgegangen. Zuletzt waren im Mai bei drei kurz aufeinander folgenden Explosionen im Westen der Stadt mindestens 85 Menschen, der Großteil von ihnen Schulmädchen, getötet worden.

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