Im Hauptklärwerk Mühlhausen wird Abwasser nicht nur aus Stuttgart aufbereitet. Auch die Städte Esslingen, Fellbach, Korntal-Münchingen, Kornwestheim und Remseck leiten zwischenzeitlich dort ihre Abwässer ein. Foto: Archiv Quelle: Unbekannt

Fellbach (red) - Die Idee: 16 Städte und Gemeinden in drei Landkreisen sorgen dafür, dass die Besucher das Remstal auf seinen 80 Kilometern zwischen Essingen und Remseck ab 6. April 2019 „unendlich erleben“ können, so das Motto der 205 Tage dauernden Remstal Gartenschau. Die Vorbereitungen dafür laufen.

Schorndorfs Bürgermeister Thorsten Englert, Geschäftsführer der Remstal Gartenschau GmbH, war kürzlich zu Gast im Fellbacher Gemeinderat, um das Konzept dieser interkommunalen Gartenschau detailliert zu erläutern. Und er machte deutlich, dass die Remstal Gartenschau nicht auf einmalige Besucher zählt. Sie sollten vielmehr beim ersten Besuch motiviert werden, den „unendlichen Garten“ Remstal in all seinen Facetten bei weiteren Besuchen in den Gartenschaukommunen zu entdecken. Das Remstal soll durch die Gartenschau als „das“ Naherholungsgebiet und „die“ Genusslandschaft in der Region Stuttgart nachhaltig gestärkt werden.

Das Gartenschaukonzept ist dezentral, allerdings mit verbindenden Elementen und interkommunalen Projekten. So soll es eine gemeinsame Wanderkonzeption geben, um das Remstal mit neuen Aufenthalts und Freizeitangeboten als Wanderregion aufzuwerten, ein Gartenschauradweg soll nicht nur die 16 Kommunen verbinden, sondern die drei Gartenschauen, die es 2019 gibt, eine Kanuroute soll die Flusslandschaft der Rems erlebbar machen. Auch an einen Kunsterlebnisweg ist gedacht, der Vorhandenes und Neues verbindet. Eine Bestandsaufnahme aller Kunst im öffentlichen Raum in den 16 Kommunen unter Federführung des Fellbacher Kulturamtes läuft derzeit.

In allen Gartenschaukommunen soll es von renommierten Architekten geplante „Weiße Häuser“ geben, die an markanten Stellen stehen und die Topografie des Remstals unterstreichen. Dazu kommen die kommunalen Grünprojekte: Essingen plant beispielsweise die Inszenierung der Remsquelle oder die Neugestaltung und Aufwertung des Schlossparks. Schorndorf will seinen Stadtpark durch neue Wege zum Schlendern und Relaxen oder durch Kletter- und Spielbereiche aufwerten und so für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Eine weitere Idee ist die Schaffung eines Sportparks Rems. Auch Fellbach wird sich in die Wanderkonzeption einbringen, ein „weißes Haus“ soll auf dem Kappelberg stehen. Über den Standort muss noch entschieden werden, der von der Verwaltung vorgeschlagene Ort stieß im Gemeinderat auf Vorbehalte.

Bereits bei „Rems Total“ im Juni konnten sich die Besucher ein erstes Bild vom Projekt „NaturKunstRäume Weidachtal“ auf dem aufgegebenen Gelände der früheren Kläranlage machen. Wie Bürgermeisterin Beatrice Soltys im Gemeinderat sagte, sind die investiven Maßnahmen dort weitgehend abgeschlossen. Von den für dieses Projekt bereitgestellten Mitteln in Höhe von 600 000 Euro würden vermutlich 200 000 Euro nicht benötigt. Sie können, wie auch weitere umgeschichtete Mittel, in das Projekt „Grünspange Süd“ fließen: Der Bereich zwischen Kirchplatz und altem Friedhof bis zum Sepp-Herberger-Weg soll dabei aufgewertet werden. Der Schwabenlandhallen-Park soll mit einer umgestalteten Daueranlage und einer temporären Blumenschau zum attraktiven Ort für Ausstellungen und Veranstaltungen und so zum Mittelpunkt der Gartenschau in Fellbach werden. Für die Gesamtmaßnahme rechnet die Verwaltung mit Kosten von rund 910 000 Euro. Ein weiteres Projekt ist der Gärtner- und Höfering, bei dessen Umsetzung die Stadt auf ehrenamtliches Engagement und Unterstützung durch Sponsoren setzt.

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