Die Überbleibsel eines sonnigen Wochenendes: Auf den Bänken rund um den Brunnen in Rotenberg sind Pizzakartons und jede Menge Leergut zu finden. Foto: Steegmüller

Viele Bürgerinnen und Bürger zieht es ins Freie. An Aussichtsflächen wird gegessen und getrunken.

Rotenberg - Egal ob Spaziergang, Joggingrunde oder Fahrradtour – damit einem in der Corona-Pandemie nicht die Decke auf den Kopf fällt, treibt es viele Menschen ins Freie. Aus Mangel an Alternativen stellen Aussichtsflächen ebenfalls beliebte Treffpunkte dar. Sie erinnern vor allem an sonnigen Abenden eher an den Außenbereich eines Restaurants. Es wird Bier und Sekt getrunken sowie Pizza, Gyros oder Döner gegessen. Bestes Beispiel: Die Bänke am Brunnen in Rotenberg, die nur einen Steinwurf entfernt von der Grabkapelle und mit herrlichem Blick ins Tal zum Verweilen einladen.

Das Problem: Oftmals bleiben dort Leergut, Alufolien und Kartons zurück sowie jede Menge Essensreste. „Die holen sich dann die Ratten“, sagt eine Anwohnerin. Auch Glasscherben – die eine oder andere Flasche geht eben auch mal zu Bruch – würden regelmäßig am Boden liegen. „Das ist besonders ärgerlich, da tagsüber auch viele Kinder dort sitzen.“

Reinigungsfrequenz erhöht

Im Stuttgarter Rathaus kennt man das Problem, bestätigt Stadtsprecher Niklas Junkermann. „Im Zuge der coronabedingten Änderungen der Ausgangsgewohnheiten der Bürger haben sich die Freizeitaktivitäten ins Freie verlagert.“ Dadurch seien viele Hotspots der Vermüllung entstanden, auf die der städtische Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) im Rahmen seiner Kapazitäten mit einer höheren Reinigungsfrequenz und zusätzlichen Abfallkörben reagiert habe. „Die Reinigungshäufigkeit auf der Aussichtsfläche am Brunnen bei der Buswendeschleife in Rotenberg wurde letztes Jahr auf zweimal wöchentlich erhöht“, so Junkermann. „Eine weitere Erhöhung ist aus Kapazitätsgründen leider nicht möglich.“

Pandemie keine Entschuldigung

Die Anwohnerin hat dafür grundsätzlich Verständnis. „Mir ist klar, dass es an vielen Aussichtsflächen ähnlich aussieht. Ich hoffe, dass die Corona-Krise bald vorbei ist und sich die Lage wieder etwas normalisiert.“ Mit Unverständnis reagiert sie jedoch darauf, dass der Müll einfach auf den Bänken liegengelassen wird. „Trotz der Pandemie kann man die Kartons neben der Tonne stapeln beziehungsweise die Flaschen dort abstellen.“

Die Idee, regelmäßig einen zusätzlichen Müllsack hinzustellen, hat ihr eine AWS-Mitarbeiterin ausgeredet. „Ratten würden sie aufbeißen.“ Auch ein Pfandring, der an der Mülltonne befestigt werden könnte, hat die Anwohnerin angeregt. Stadtsprecher Junkermann rät jedoch auch davon ab. „Sie wurden bereits in der Innenstadt getestet. Leider war das Ergebnis negativ, die Pfandringe wurden nicht für Flaschen genutzt, sondern für die Ablage von Müll missbraucht und zum Teil auch mutwillig zerstört. Insgesamt hat sich daraus ein wesentlich höherer Reinigungsaufwand ergeben.“

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