Stuttgarts Daniel Didavi (l) erzielt das 1:0 vorbei an Greuther Fürths Torwart Sascha Burchert. Foto: dpa

Gegen Fürth liefert der VfB Stuttgart eine über weite Strecken ernüchternde Partie ab. Dennoch reicht es zu einem weiteren Heimsieg in der 2. Liga. Dabei müssen allerdings drei VfB-Profis verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Stuttgart (dpa/lsw) Kurz nach dem schmeichelhaften Heimsieg gegen die SpVgg Greuther Fürth versammelte Tim Walter seine Mannschaft in der Nähe des Mittelkreises. Die Spieler des VfB Stuttgart bildeten einen Kreis um ihren Trainer, der mit eindringlicher Gestik auf sie einredete. Hochzufrieden war der 43-Jährige trotz des 2:0 (1:0)-Erfolgs und der Verteidigung der Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga nicht. «Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, haben sehr schnell ein Tor erzielt. Dann haben wir aber gedacht, dass alles von alleine geht», kritisierte der Coach.

Sportdirektor Sven Mislintat kündigte angesichts der über weite Strecken dürftigen Leistung eine «knallharte Analyse» für die kommende Woche an. Daniel Didavi (2. Minute) und Neuzugang Philipp Förster (82.) hatten vor 50 543 Zuschauern mit ihren Toren für den VfB-Sieg gesorgt. Zumindest bis zum Spiel des Hamburger SV am Sonntag führt der VfB die Tabelle nun mit zwei Punkten vor dem nächsten Gegner Arminia Bielefeld an.

Überzeugend war der Auftritt des Favoriten aber lange Zeit nicht. «Nicht nur wegen der drei Aluminiumtreffer hätte Fürth mindestens einen Punkt, wenn nicht vielleicht sogar einen Sieg hier verdient gehabt», gab Mislintat zu. Tobias Mohr (29./57.) und der eingewechselte Marvin Stefaniak (90.+1) waren jeweils mit Distanzschüssen an Latte oder Pfosten gescheitert. Ihre Chancen nutzten dagegen nur die Stuttgarter.

Schon in der 2. Minute hatte Didavi eine Kopfballvorlage von Silas Wamangituka nur noch über die Linie drücken müssen. Kurz vor Schluss sorgte Förster für die Erlösung. Allerdings ließ der VfB Vieles vermissen.

Zudem mussten die Gastgeber drei verletzungsbedingte Wechsel hinnehmen. Erst musste Gonzalo Castro nach 18 Minuten für Philipp Klement vom Feld. Wenige Sekunden später zog sich Stammtorhüter Gregor Kobel bei einem Zweikampf mit Fürths Havard Nielsen eine Risswunde am Knie zu. Für den Schweizer kam Fabian Bredlow, der eine solide Leistung zeigte. In der 77. Minute musste auch noch Nicolas Gonzalez verletzt vom Platz. Mislintat äußerte allerdings die Hoffnung, dass alle drei Spieler nicht lange ausfallen.

Im Spielaufbau haperte es teils ordentlich. Das anfangs aggressive Pressing stellte Walters Team praktisch ein, zumindest hatten die Fürther kaum noch Probleme mit dem zaghaften Anlaufen. Zum anderen ließ der VfB im Spielaufbau die Zielstrebigkeit vermissen. Der Tabellenführer probierte es ungewohnt häufig mit hohen Bällen, manchmal kam durch individuelle Fehler gar kein Angriff zustande.

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