2:2 heißt es leistungsgerecht nach 90 Minuten. Foto: Baumann

Es war ein Spektakel, das am Ende jedoch keinen so recht zufrieden stellte. Der VfB Stuttgart hat beim 2:2 gegen Eintracht Frankfurt eine starke Leistung gezeigt – aber am Ende zwei Punkte verloren.

Stuttgart - Es gab ja schon viele gute Momente des VfB Stuttgart in dieser Saison. Gegen Eintracht Frankfurt kulminierte all dies in der über weite Strecken besten Saisonleistung.

Eine beherzte Verteidigung, schnelle Angriffe, gewitzte Standards und zwei Tore durch Nicolas Gonzalez (17.) und Gonzalo Castro (37.). Eine Stunde lang sah der VfB in seinem Heimspiel gegen die Hessen wie der sichere Sieger aus. Und wäre wahrscheinlich auch als solcher vom Platz gegangen, hätte der Kopfball von Mateo Klimowicz nach 57 Minuten nicht den Weg an die Latte, sondern ins Tor genommen.

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Statt 3:0 hieß es wenig später 2:2. Weil Frankfurt plötzlich noch einmal aufdrehte – und André Silva (61.) und David Abraham (75.) die Gastgeber mit ihren Treffern spät bestraften.

„Wenn wir das dritte Tor erzielen, dann ist das Spiel gelaufen. Aber wir mussten viele weite Wege gehen, deshalb hat uns zum Schluss etwas die Kraft gefehlt“, zielte Abwehrspieler Marc Oliver Kempf auf die Phase Mitte der zweiten Halbzeit, als seiner Mannschaft die Kontrolle über das Spiel entglitt. So musste sich der Aufsteiger mit dem dritten Unentschieden in Folge zufriedengeben. Ein Ergebnis, welches Kempf nur „schwer einordnen konnte“. Denn: „Es hat nicht viel zum Sieg gefehlt.“

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Tatsächlich brachte die Mannschaft von Trainer Pellgrino Matarazzo lange Zeit das auf den Platz, was sie in der bisherigen Spielzeit schon ausgezeichnet hatte. Vor allem Nicolas Gonzalez riss bei seinem Startelfdebüt das Stuttgarter Angriffsspiel an sich – und seine Kollegen mit. Die Folge: Eine schnelle und komfortable Führung zur Pause. Nach 17 Minuten nahm Gonzalez eine Einladung zum Elfmeter dankend an. Almamy Toure hatte den Argentinier ungeschickt zu Fall gebracht, Gonzalez verwandelte seinen siebten Strafstoß in Folge sicher. Und sorgte wenig später für den Geniestreich des Tages. Seine Direktvorlage im Mittelfeld mündete in den Lauf von Gonzalo Castro und das 2:0 (37.)

Zu passiv nach dem Anschlusstreffer

„Es ist schade, dass keine Fans dabei sein können“, bemerkte Vorstandschef Thomas Hitzlsperger im TV-Halbzeitinterview. Sie hätten die Arena in ein Tollhaus verwandelt. Und auch in der zweiten Halbzeit ihre Freude an dem wilden Ritt gehabt. Es ging gerade so weiter. Kein Geplänkel, stattdessen Chancen auf beiden Seiten im Minutentakt. Am Ende zählte die Statistik 18 Eckbälle und 16:15 Torschüsse. Doch zur Geschichte des Spiels gehört eben auch, dass Eintracht Frankfurt nie den Glauben verlor. Das 1:2 durch Andre Silva war stark herausgespielt, der Ausgleich resultierte durch einen energischen Kopfball von David Abraham. Beides schwer zu verteidigen. Dennoch zeigen die Gegentore, dass Matarazzos Rasselbande gegen die Besten der Branche noch viel lernen muss. Etwa nach einem Anschlusstreffer nicht für 15 Minuten in völlige Passivität zu verfallen, wie Matarazzo kritisierte. „Erst nach dem 2:2 haben wir wieder Willen gezeigt und uns gewehrt.“

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Mehr als ein Unentschieden sollte aber nicht mehr herausspringen, auch wenn es auf beiden Seiten noch genügend Chancen auf den Siegtreffer gab. „Das 2:2 tut schon weh“, bilanzierte Castro. „Ähnlich wie zuvor auf Schalke hätten wir gewinnen können. Statt möglichen sechs Punkten haben wir so nur zwei gesammelt. Dennoch kommt es auch darauf an, wie wir uns präsentieren – und das war gut.“

So gut, dass es auch Lob vom Gegner gab. „Der VfB hat zwei super Sechser und eine schnelle Offensive. Die perfekte Mischung fürs Konterspiel“, analysierte Frankfurts Martin Hinteregger. Auch er wollte mit dem Remis nicht recht zufrieden sein. „Für uns ist das zu wenig.“

Weiter warten auf den ersten Heimsieg

Einträchtig stehen die beiden Teams – übrigens die jüngste und die älteste der Liga – nun mit zehn Punkten im oberen Mittelfeld der Tabelle. Und das mindestens zwei Wochen lang. Für zahlreiche Spieler stehen nun Reisen zu ihren Nationalmannschaften an, ehe es für den VfB in Hoffenheim weitergeht.

Auf den ersten Heimsieg der Saison muss die Mannschaft mindestens bis zum 28. November warten. Der Gegner dann: Bayern München.

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