Viele Fans haben Verständnis für die Maskenpflicht im Stadion des VfB Stuttgart. Foto: dpa/Tom Weller

An ihre Masken haben sich Fans des VfB Stuttgart im Alltag gewöhnt. Die vielen leeren Plätze im Stadion beim Spiel gegen den SC Freiburg beschäftigen die Zuschauer indes sehr.

Stuttgart - Mercedesstraße, 16:39 Uhr: die zweiten Hälfte der VfB-Saisonpremiere läuft gerade erst wenige Minuten, aber Armin Gelbmann hat bereits genug gesehen und verlässt das Stadion. 0:3 liegt das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo gegen den SC Freiburg zurück – hoffnungslos. Sportlich ist die Premiere also ein Reinfall. Und wie sieht es mit den Begleitumständen aus? Mit Spannung wurde erwartet, wie die Corona-Maßnahmen das Fußball-Erlebnis verändern würden.

„Das mit den Masken ist in Ordnung, man ist es ja aus dem Alltag gewohnt“, sagt Gelbmann. Nur zum Rauchen und zum Essen habe man die Bedeckung abnehmen dürfen, berichtet der 51-jährige, der mit dem Fahrrad zum Stadion gekommen ist. Alles also halb so wild also – wäre da nur nicht die schlechte Leistung, so der Stuttgarter, die alles andere überlagere.

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Auch Ritchie Berger zeigt Verständnis für die Maskenpflicht: „Das ist kein Problem, man kennt es ja“, so der 31-jährige Stuttgarter. Allerdings leide die Stimmung empfindlich: „Das ist kein Vergleich dazu, wie es vorher war“. Deshalb werde er auch kein weiteres Heimspiel besuchen. „Kämen 60.000 Leute mit Maske, wäre das Feeling genau wie zuvor, aber nicht mit 8.000 Leuten“, so Berger.

Fan fordert größere Abstände

Der 39-jährige Hans-Peter Glaser nennt die Stimmung gar „eine Katastrophe.“ „Die aktive Fan-Szene fehlt“, so Glaser. Der Ludwigsburger will deshalb erst einmal kein weiteres VfB-Spiel besuchen. Schlechte Leistungen des VfB sei man gewohnt, aber so mache es keinen Spaß.

Marina Richter sieht das anders. „Die Stimmung war super, genial“, sagt sie. Richter ist eingefleischter Fan, Mitglied in einem Frauen-Fanclub. Sie will auch das nächste Spiel besuchen, auch wenn das Atmen mit Maske ihr Probleme bereitet hat. Deshalb wünscht sie sich, dass die Verantwortlichen die Abstände zwischen den Fans größer gestalten. „Dann könnte man auch die Maske ablegen“, so Richter.

Die 20-jährige Miriam Ader kommt mit den Corona-Regeln gut zurecht. „Man vergisst zeitweise, dass man eine Maske aufhat. Irgendwann beschlägt die Brille, und man merkt es wieder“, sagt Ader. Was die Stimmung angeht fällt sie indes ein klares Urteil: davon gebe es wenig. Markus Meister aus Nufringen fand das Stadion-Erlebnis „relativ entspannt.“ Klar hätten viele Fans gefehlt, aber wiederkommen würde er auf jeden Fall.

Verständnis für die Maskenpflicht

Tim Kaltenbach aus Freudenstadt hält die Maßnahmen für völlig verständlich. „Wir haben hier 90 Minuten eine Maske auf. Es gibt Leute in Deutschland, die wichtige Arbeit machen, Pflegekräfte zum Beispiel, und die Maske acht Stunden am Tag tragen. Das ist hier ein Freizeitvergnügen, da macht man es eben“, so der 31-jährige. Getrübt sei das Stadionerlebnis dennoch – nicht zuletzt, weil man auf das obligatorische Stadionbier verzichten müsse, findet Kaltenbach.

„Es war gut, aber ungewohnt, weil es normal lauter ist und die Stimmung besser“, resümiert die 16-jährige Annalena Hilkert, die mit der Bahn gekommen ist und den VfB von der Cannstatter Kurve aus angefeuert hat. Irgendwann habe sie vergessen, dass sie eine Maske trage. Ihre Freundin Nina Stanislawczyk ist ebenfalls guter Dinge. „Angesichts der Gesamtsituation hat man das gut gelöst“, sagt sie über die Regeln in und um die Mercedes-Benz-Arena – und würde auf jeden Fall auch ein weiteres Heimspiel besuchen.

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