Nichts geht mehr: VfB-Kapitän Marc Oliver Kempf (am Boden) muss verletzt ausgewechselt werden. Foto: Baumann

Der VfB Stuttgart hätte ganz nah an Arminia Bielefeld heranrücken können. Das ist mit dem 1:1 beim FC St. Pauli nicht gelungen. Und es gibt weitere Hiobsbotschaften – mit Langzeitwirkung.

Hamburg - Bitterer hätte es kaum laufen können für den VfB Stuttgart. Am Freitag war das Transferfenster geschlossen worden, Wechsel von Spielern sind nun nicht mehr möglich – und die Stuttgarter hatten darauf verzichtet, sich in der Abwehr personell abzusichern. Trotz des Muskelfaserrisses von Holger Badstuber. Und trotz der noch dauernden Wiedereingliederung von Marcin Kaminski nach dessen Kreuzbandriss. Und was passiert im Spiel beim FC St. Pauli?

Beim 1:1 am Samstag (Liveticker zum Nachlesen) musste der nächste Innenverteidiger schon nach wenigen Minuten vom Platz, es hatte Spielführer Marc Oliver Kempf erwischt – und zwar so richtig.

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Der Abwehrspieler bekam die Schulter des Hamburgers Ryo Miyaichi ins Gesicht, wurde ausgewechselt und in ein Hamburger Krankenhaus gebracht. Die vorläufige Diagnose: ein Kieferbruch. „Er wird sechs bis acht Wochen ausfallen“, sagten sowohl VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo als auch der Stuttgarter Sportdirektor Sven Mislintat, der ergänzte: „Das ist eine Serie, die keinem Spaß macht.“

Drei verletzte Innenverteidiger

Mislintat blickte dabei sichtlich ernüchtert auf das Lazarett, das seine (linksfüßigen) Innenverteidiger mittlerweile bilden. Badstuber fällt noch aus, Kaminskis Rückkehr dauert noch. Beide sind wohl frühestens Ende Februar wieder ein Thema, Badstuber eventuell etwas früher. „Wir müssen jetzt schauen, wie wir die nächsten zwei Wochen überbrücken“, sagte Pellegrino Matarazzo.

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Schon am Mittwoch steht das Pokalspiel bei Bayer Leverkusen an, in dem der Coach in der Defensive weiter improvisieren muss. Entweder mit fachfremden Personal – Mittelfeldspieler Atakan Karazor spielt bereits in der Abwehrreihe, Außenverteidiger Pascal Stenzel wurde für Kempf eingewechselt. Oder mit jungen Abwehrspielern, die bislang den Beweis ihrer Zweitligatauglichkeit noch nicht erbracht haben. Maxime Awoudja, Antonis Aidonis oder Neuzugang Clinton Mola stünden zur Verfügung.

In Hamburg verletzte sich zudem Borna Sosa. Der junge Kroate zog sich eine starke Prellung an der Hand zu. Bei Sosa ist es aber zumindest denkbar, dass er mithilfe einer Schiene schon am Mittwoch wieder mitwirken kann. Was irgendwie ein schwacher Trost war am Samstagnachmittag.

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