Fellbach (red) - Dieses Jahr ist für den Fellbacher Stadtwald schwierig. Zwar hat das kalte Frühjahr dafür gesorgt, dass sich der Schädlingsbefall in Grenzen hielt. Problematisch allerdings war der heiße Sommer. „Vor allem die Buche leidet enorm unter einer solchen Witterung“, sagte Revierförster Stefan Baranek im Verwaltungsausschuss, als er den Betriebsplan für das kommende Jahr vorstellte.

Für Baranek und seine Mitarbeiter bedeutete der Sommer Mehrarbeit. Immer wieder mussten die Wege auf dem Kappelberg kontrolliert und mögliche Gefahrensituationen beseitigt werden. Wegen der Verkehrssicherungsmaßnahmen fiel der Holzeinschlag mit 1873 Festmetern auch größer aus als eigentlich geplant.

Die Forsteinrichtung sieht für den Zeitraum 2015 bis 2024 einen durchschnittlichen Einschlag von 1491 Festmetern im Jahr vor. Mit dieser Menge stabilisiere man den Bestand im Stadtwald, erklärte Baranek. Zum Ausgleich für den höheren Einschlag in diesem und im Jahr 2015 plant Baranek für 2017 den Einschlag von 980 Festmetern, davon 455 Festmeter Stammholz, 355 Festmeter Industrieholz und 180 Festmeter Derbholz. Dieses wird als Flächenlos verkauft.

Allerdings wird es in der Zukunft durch die Ausweisung von Waldrefugien und weiterer Habitatbaumgruppen keine solchen Flächenlose mehr geben. In diesen Bereichen wird der Wald sich selbst überlassen. Es werde schwierig, einem Käufer von Flächenlosen zu erklären, wo er sein Derbholz gewinnen darf und wo nicht, meinte Baranek. Ob die Einschlagmenge erreicht wird, hängt vom Holzmarkt ab. Dieser ist derzeit stabil und die Brennholznachfrage ist auf einem unverändert hohen Niveau.

Als Ergänzung des Bestandes sieht der Betriebsplan für 2017 die Pflanzung von 400 Douglasien und 300 Stileichen sowie 200 Maronen entlang der Wege vor. Maronen sind im Stadtwald schon seit Jahrzehnten heimisch und die Früchte werden gerne von den Spaziergängern gesammelt. Ein Problem ist für den Förster der Wildverbiss an Jungpflanzen. Diese werden zwar durch geeignete Maßnahmen geschützt, doch musste im vergangenen Jahr der Rehwildabschuss erhöht werden. Er sollte auf diesem Niveau gehalten werden, meinte Baranek. Wildschweine sind dagegen für den Wald nicht das eigentliche Problem, sondern vor allem für den Weinbau, erklärte er auf Nachfrage.

Im zu Ende gehenden Jahr hat der Revierleiter 26 Führungen durchgeführt, an denen rund 780 Personen aller Altersgruppen teilgenommen haben. Immer wieder ärgerlich ist für Stefan Baranek Vandalismus, zuletzt wurden sogar häufiger Bäume mit Graffitis besprüht. Doch haben solche Probleme über die Jahre hinweg nicht zugenommen, meinte er. „Die Menschen schätzen den Wald und wissen sich entsprechend zu benehmen.“ Der Fellbacher Stadtwald ist ein Erholungswald mit vielfältiger Freizeitnutzung durch Spaziergänger, Wanderer oder Jogger Fahrradfahrer und natürlich auch Mountainbiker. Es mussten auch schon illegal angelegte Mountainbike-Strecken beseitigt werden, die etwa entlang von Wanderwegen verliefen. „Wir gehen dabei mit Augenmaß vor“, sagte Bürgermeisterin Beatrice Soltys. Auf Waldwegen, die weniger als zwei Meter breit sind, ist das Radfahren verboten.

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