Die Familie von Sven K. wartet seit 13. Oktober auf ein Lebenszeichen des Mannes, der in Stuttgart-Freiberg als Trottwar-Verkäufer bekannt ist. Sogar Suchhunde waren im Einsatz.
Es sind jetzt schon fünf Wochen vergangen, dass Sven K. seiner Schwester zum letzten Mal eine Textnachricht geschrieben hat. „Vorher hatte wir täglich Kontakt“, sagt sie. Von einem Tag auf den anderen habe er sich dann nicht mehr gemeldet. Kein Lebenszeichen mehr. „Es ist, als hätte sich die Erde aufgetan und ihn verschluckt“, sagt sie. Der 43-Jährige, den viele als Trottwar-Verkäufer vom Eingang des Kaufparks in Stuttgart-Freiberg kennen, ist seit dem 13. Oktober verschwunden. Mit einem Suchaufruf hatte sich seine Schwester kurz danach in den sozialen Netzwerken an die Öffentlichkeit gewandt.
Denn in der betreuten Wohneinrichtung in Freiberg, in welcher er aufgrund psychischer Probleme wohnt, ist ihr Bruder nach diesem letzten Kontakt nicht mehr aufgetaucht. „Sein Zimmer sieht aus, als sei er nur mal kurz zum Einkaufen gegangen und würde wiederkommen“. Sogar der Ottifant, der ihm als Otto-Waalkes-Fan viel bedeutet habe und ein Geschenk seiner Schwester war, sei noch dort. Alle Dinge, die man mitnehmen würde, wenn man vorhabe zu gehen, seien weiter in dem Zimmer.
Suche nach Trottwar-Verkäufer mit Hunden erfolglos
Das private Angebot, den Bruder mit Suchhunden aufzuspüren, hat Sven K.’s Familie natürlich dankend angenommen. Zwei Wochen nach seinem Verschwinden rückten die Freiwilligen mit drei Hunden an. Die Spur, welche die Vierbeiner an der Eingangstür des Hauses aufnahmen, in dem sich Sven K.s WG-Zimmer befindet, führte zum Kaufpark. Dort war er regelmäßig, um die Straßenzeitschrift Trottwar zu verkaufen. Außerdem führte die Spur zu einer angrenzenden Kleingartenanlage, durch die der ausgebildete Forstwirt oft gelaufen ist– bei entsprechenden Temperaturen gerne barfuß. Die Spur endete jedoch dann wieder an der Haustür, ohne Sven K. zu finden.
Seine Familie lebt weiter im Ungewissen. Die Suchaufrufe in den sozialen Medien haben auch keinen verwertbaren Hinweis auf den Aufenthaltsort oder das weitere Schicksal von Sven K. erbracht. Mit seinen langen Haaren sei er ja eine auffallende Erscheinung, „die nicht einfach in der Menge untergeht“. Die Hoffnung, den Bruder lebend wiederzufinden, schwindet mit jedem Tag. Zu lange habe es in den vergangenen Wochen geregnet, um dauerhaft draußen zu leben. Und kalt sei es jetzt nachts auch. „Sven weiß, dass ich mir Sorgen mache, wenn er sich nicht meldet“. Das alles passt für seine Schwester nicht richtig zusammen.
Als neulich der Vollmond am Himmel stand, habe sie sich gefragt, ob er den jetzt auch sehe, wo er jetzt sei und was er erlebt habe. „Wir können nur mutmaßen, was geschehen ist“. Die Ungewissheit sei das Schlimmste.
Hinweise
Polizei
Wer Hinweise zum Aufenhaltsort von Sven K. geben kann, kann das bei der Polizei unter der Telefonnummer 0711/8990-5778 tun.