Hinweistafel beim Lederberg Foto: Patricia Sigerist

Eigentlich ist der Straßenverkehr viel zu ernst, als dass man nicht mal lachen sollte. Bei der Hedelfinger Filderauffahrt bietet sich talwärts Gelegenheit dazu.

Stuttgart - Gut möglich, dass der im Stau stehende Mensch anders tickt. Dann hat er Zeit, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen, und ein Grinsen huscht über sein Gesicht, wenn er auf der Fahrt von den Fildern ins Neckartal an folgender Hinweistafel zum Stehen kommt: „Sie warten hier, wenn in Hedelfingen viel Verkehr ist.“ Ein Schelm, der Lüsternes dabei denkt. Oder eine Schelmin.

Man war ja auch mal jung

Okay, sinniert man, zumal im Autoradio gerade ein Stehblues läuft, wenn es drunten in Hedelfingen hoch hergeht, sollte man besser nicht stören und hier warten. Man kann das verstehen, man war ja auch mal jung.

Doch wie so oft im Leben, wenn irgendwo Verkehr draufsteht, dann ist meist kein Spaß drin. So auch bei der Hedelfinger Filderauffahrt am Lederberg, wo besagte Tafel steht und unlängst eine Ampelanlage umgebaut wurde. Zudem wurde eine rund 300 Meter lange Busspur errichtet. Ziel der Aktion ist es, den Hedelfingern den stehenden Verkehr zu ersparen. In der Sprache des Tiefbauamts klingt das so: „Mit den ergriffenen Maßnahmen soll der Verkehr von der Ortsdurchfahrt weg in den anbaufreien Bereich verlagert und gleichzeitig der Bus der Linie 65 beschleunigt werden.“ In den Hauptverkehrszeiten hätten sich in Fahrtrichtung Hedelfingen immer wieder lange Staus vor dem Kreisverkehr am Dürrbachplatz und vor dem Hedelfinger Platz gebildet.

Bei Rotlicht nicht nervös werden

Das hört sich nicht verkehrt an, zumal sich zeitlich für die Autofahrer nichts ändert. Denen kann es wurscht sein, ob sie in der Stoßzeit vor den Toren Hedelfingens in der Warteschleife stecken. Oder innerorts. Den Hedelfingern jedoch ist das nicht egal. Damit das alles wie geschmiert läuft, wurden in der Straße Stauschleifen verlegt, die das Verkehrsaufkommen messen. Meldet die Schleife „Stillstand“, schaltet die Ampel am Lederberg auf Rot. Auch bei Rotlicht am Lederberg, liebe Automobilisten, nicht nervös werden.

Kein Außenposten des Rotlichtbezirks

Die Stauschleifen, sagt eine Sprecherin der Stadt, waren während des Corona-Lockdowns ausgeschaltet und sind seit dieser Woche wieder in Betrieb. Und bevor jetzt jemand bei Lederberg auf blöde Gedanken kommt: Als Außenposten des Rotlichtbezirks mit SM-Abteilung ist der Ort bisher nicht in Erscheinung getreten.

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