In den kommenden Wochen sperrt die Stadt einige Straßen zum Schutz für die Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichgewässern. Auch Helfer werden noch gesucht.
„Achtung Krötenwanderung“ heißt es in den kommenden Wochen und Monaten wieder an verschiedenen Stellen in der Landeshauptstadt. Denn im Frühling machen sich tausende Amphibien wie Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche oder auch Feuersalamander wieder auf ihren Weg zu den Laichgewässern. In Gebieten mit erhöhtem Aufkommen gelten daher besondere Regelungen.
Es ist ein jährlich wiederkommendes Phänomen: Die Tiere begeben sich zwischen Februar und Mai zu den Gewässern, in denen sie geboren wurden, um selbst für Nachwuchs zu sorgen. Voraussetzungen für die teilweise explosionsartigen Wanderungen sind Temperaturen um die vier bis fünf Grad sowie Regen. Die Tiere stehen unter besonderem Schutz, sind durch die Gefahren des Autoverkehrs aber stark gefährdet. Die Maßnahmen der Stadt dienen daher dem Artenschutz – aber auch der Verkehrssicherheit.
Schutzzäune und Warnschilder werden aufgestellt
In Stuttgart betrifft das vor allem die Waldflächen rund um den Rot- und Schwarzwildpark, die Waldebene Ost, die Scharnhauser Straße, Bereiche im nördlichen Möhringen und im Naturschutzgebiet „Unteres Feuerbachtal“. In diesen Bereichen weisen auch die Warnschilder „Krötenwanderung“ die Autofahrer darauf hin, auf die Tiere Rücksicht zu nehmen.
Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt errichtet, unterstützt durch den Naturschutzbund Stuttgart (Nabu), an der Solitude, der Scharnhauser Straße, der Waldebene Ost und der Falkenstraße in Möhringen zudem Schutzzäune. Freiwillige Helfer des Nabu kontrollieren täglich die Wanderstrecke und bringen die Tiere sicher über die Straße.
Straßensperrungen in der Hauptwanderzeit
Im Naturschutzgebiet „Unteres Feuerbachtal“ wird in den Nächten während der Hauptwanderzeit die Verbindungsstraße zwischen Zazenhausen und Mühlhausen gesperrt. Die Busse der Linie 53 wenden an der Haltestelle Zazenhausen Steigle, die Haltstellen Bachhalde, Schloss und Mühlhausen entfallen. Die genauen Sperrtage werden via App sowie auf der Homepage der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) rechtzeitig bekannt gegeben.
Weitere Sperrungen betreffen den Oeffinger Scillawald, den Grünen Heiner in Weilimdorf und nach Dämmerung die Zufahrt zum Sportplatz in Uhlbach. Auch einige Wanderstrecken werden besonders gekennzeichnet: der Weg zum Aktivpark am Robert-Bosch-Krankenhaus am Burgholzhof in Bad Cannstatt, die Gustav-Barth-Straße und Hintere Weingärten in Heumaden, der Onstmettinger Weg in Möhrigen, die Wernhaldenstraße in Stuttgart-Süd, die Christian-Belser-Straße in Kaltental und Sonnenberg, die Musberger Straße in Vaihingen, die Greutterstraße in Weilimdorf und die Rotwiesenstraße in Schönberg. In der Roßhaustraße in Degerloch, in der Eichenparkstraße in Riedenberg sowie am Sportplatz in Uhlbach wird zudem die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf zehn Kilometer pro Stunde beschränkt.
Wer den Nabu unterstützen will, kann sich telefonisch unter 0711/626944 oder per Mail an nabu@nabu-stuttgart.de melden.