Der Verein „Untertürkheim.Mittendrin“ will den Ortskern in Eigeninitiative aufwerten, um zum Beispiel die Widdersteinstraße wieder attraktiver zu machen. Foto: Kuhn - Kuhn

Um den Ortskern Untertürkheim aufzuwerten, geht man im Stadtbezirk neue Wege. Gebäudeeigentümer haben sich zum Verein Untertürkheim Mittendrin zusammengeschlossen, um das Quartier durch Privatinitiative wieder attraktiver zu machen.

UntertürkheimUm den Ortskern Untertürkheim aufzuwerten, geht man im Stadtbezirk neue Wege. Eigentümer gewerblicher Immobilien haben sich zum Verein „Untertürkheim.Mittendrin“ zusammengeschlossen, um das Quartier durch Privatinitiative wieder attraktiver zu machen. Dadurch soll die Aufenthaltsqualität gesteigert, der Einzelhandel gestärkt und einem Wertverlust der gewerblichen Immobilien entgegengesteuert werden.

Im November vergangenen Jahres hat der Verein, der vor drei Jahren gegründet wurde, einen entsprechenden Antrag bei der Stadt gestellt. Ziel ist es, im Bereich des Bahnhofs, der Arlbergstraße, des Leonhard-Schmidt-Platzes, der Augsburger Straße, der Widdersteinstraße und der Stubaier Straße für ein schöneres Umfeld zu sorgen. Das soll durch neue Stadtmöblierung wie Sitzbänke, Blumentröge, Fahrradständer, Mülleimer, Stelen und Hinweistafeln erfolgen. Außerdem sind gemeinsame Marketingkonzepte und ein zentrales Leerstandsmanagement geplant. Die Kosten in Höhe von etwa 250 000 Euro tragen die Eigentümer.

Langwieriges Verfahren

Die rechtliche Grundlage bietet das Gesetz zur Stärkung der Quartiersentwicklung durch Privatinitiative (GQP). Dadurch ist es seit 2015 möglich, sogenannte eigentümergetragene Aufwertungsbereiche festzusetzen. Sprich: die Eigentümer einer Immobilie können das Umfeld schöner gestalten und bezahlen das auch. Das Konzept des Vereins wurde in den vergangenen Monaten von der Verwaltung geprüft. „Um das Projekt zu unterstützen, verzichtet die Stadt auf die Kostenpauschale in Höhe von drei Prozent“, sagte Petra Rheinisch vom Amt für Stadtplanung und Wohnen in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats.

Das Vorhaben in Untertürkheim ist das erste seiner Art in Baden-Württemberg. Somit ist das Verfahren für die Verwaltung neu und es galt, rechtliche Details und Zuständigkeiten zu klären. Deswegen habe das Prüfverfahren mehrere Monate gedauert, sagte Rheinisch. Es musste zum Beispiel ermittelt werden, welche Ämter bei welcher Maßnahme involviert sind. So stellt etwa das Tiefbauamt einen Mülleimer auf, der vom städtischen Eigenbetrieb Abfallwirtschaft geleert wird. Ebenso muss geklärt werden, wer für die Haftung des Mobiliars verantwortlich ist und was mit aufgestellten Sitzbänken und Mülleimern geschieht, wenn die Maßnahme in fünf Jahren abgeschlossen ist.

Der Verein „Untertürkheim.Mittendrin“ und die Bezirksbeiräte kritisierten die lange Verfahrensdauer. Die belaste auch das Engagement der Mitglieder, wie der Vereinsvorsitzende Dittmar Wieland sagte. Er „vermisst Rückenwind“ seitens der Stadt und habe sich in der Vergangenheit mehr Unterstützung und einen regeren Austausch mit den zuständigen Ämtern gewünscht. Der Bezirksbeirat forderte daher die Stadt auf, dem Verein ein Vertragsangebot für das Vorhaben vorzulegen und in der weiteren Zusammenarbeit partnerschaftlich miteinander umzugehen. Im nächsten Schritt werden der Verein und die Verwaltung Gespräche führen, um das weitere Verfahren gemeinsam zu klären, sagte Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel.

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