An dieser Stelle neben der Netto-Filiale soll der Steg über die Gleise zum Zuckerfabrik-Areal führen Foto: Rehberger

Der Wunsch wird schon seit Jahrzehnten geäußert. Doch erfüllt ist er bislang noch nicht. Der Steg über die Bahngleise als direkte Verbindung von Münster zum Zuckerfabrik-Areal wartet auf die Realisierung.

Münster - Es ist wahrlich eine unendliche Geschichte. Der Wunsch nach einer direkten Verbindung von Münster zum Hallschlag durch einen Steg über die Bahngleise wird schon lange geäußert. Es gab schon Pläne und eine Präsentation im Stuttgarter Rathaus. Der Bezirksvorsteher hieß damals Roland Schäfer.

Damit wird klar, dass dies schon eine ganze Weile her ist und die 2000er noch nicht begonnen hatten. Doch auch unter Schäfers Nachfolgerin Renate Polinski wartet Stuttgarts kleinster Stadtbezirk weiterhin auf die Realisierung eines Steges . In trauter Regelmäßigkeit taucht das Vorhaben auf der Prioritätenliste des Bezirksbeirates auf.

Vorteile liegen auf der Hand

Die Notwendigkeit und Vorteile einer solchen Verbindung liegen auf der Hand und werden auch gar nicht bestritten. Schülerinnen und Schüler oder Berufstätige, die von Münster zum Hallschlag oder von dort nach Münster müssen, haben fußläufig ein ordentliches Stück Umweg durch den Bahndurchlass an der Löwentorstraße zu bewältigen. Dabei liegt das Zuckerfabrik-Areal jedoch zum Greifen nah. Immer wieder kam es vor, dass Jugendliche im Bereich der Murgtalstraße verbotenerweise über die Bahngleise liefen – ein lebensgefährliches Unterfangen. Verbotsschilder wurden ignoriert, Hindernisse niedergetrampelt. Erst als massive Zäune installiert wurden, ließ es nach.

Problem Bahnlinie

Das Problem liegt in der Bahnlinie. Der Steg muss natürlich entsprechend hoch sein, um weit genug von den Oberleitungen entfernt zu sein. Und da dieser Steg natürlich auch behindertengerecht gestaltet sein muss, ist für die Rampe eine entsprechende Steigung nötig und zu berücksichtigen. All dies treibt die Kosten in die Höhe, weshalb eine Realisierung bislang immer wieder verschoben wurde. Durch das Projekt Soziale Stadtist jedoch wieder Bewegung in diese Angelegenheit gekommen, taucht der Steg doch im Vorhaben verstärkt auf. Daher haben jetzt die Grünen im Bezirksbeirat Münster nachgehakt und einen Antrag gestellt.

„Im Doppelhaushalt 2020/21 wurden Planungsmittel für einen Fußgängersteg, über den Bahnkörper zwischen Stuttgart-Münster und dem Hallschlag, bereitgestellt“, schreibt Wolfgang Döking im Antrag. Der zu planende Fußgängersteg sei ein wesentlicher Bestandteil der Sozialen Stadt.

„Dieser Steg wird einmal als Schulweg und als sinnvolle Verbindung zum Travertinpark benötigt, auch der Austausch zwischen den Stadtbezirken wird dadurch gestärkt“, betont Döking. „Die Bewohner und der Bezirksbeirat fordern schon über mehrere Jahrzehnte diesen Steg.“ Deshalb soll die Grundlagenermittlung inklusive Zeitplan der Planung im Bezirksbeirat Münster vorgestellt werden. Ebenso die Voruntersuchungen wie etwa die Standortsuche, die Umweltverträglichkeit und die Abstimmungen mit dem Eisenbahn-Bundesamt. „Durch den Fußgängersteg wird der Schulweg zur Elise-von-König-Gemeinschaftsschule und zur BIL-Schule wesentlich sicherer“, wird der Antrag begründet. „Die Interaktionen zwischen den Stadtbezirken werden gestärkt.“

Stärkung der Interaktion

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