1,82 Millionen Besucher registrierte das Hallen-Duo Porsche-Arena und Schleyerhalle bei 220 Veranstaltungen bislang in diesem Jahr. Foto: in.Stuttgart/Thomas Niedermülle - in.Stuttgart/Thomas Niedermüller

Das Hallen-Duo Porsche-Arena und Schleyerhalle ist gut ausgelastet und stark nachgefragt. Doch die Schleyerhalle, seit 1983 in Betrieb, stößt an ihre Grenzen. Jetzt wird das Projekt neue Halle angegangen.

Bad CannstattMit bislang 220 Veranstaltungen und 1,82 Millionen Besuchern 2019 sucht das Hallenduo Schleyerhalle und Porsche-Arena seinesgleichen. „Da gibt es wenig Vergleichbares in Europa“, beschreibt in.Stuttgart-Geschäftsführer Andreas Kroll. Man sei gut aufgestellt, die beiden Hallen sehr gefragt. „Daran müssen wir anknüpfen. Doch mit der Schleyerhalle kommen wir an die Grenzen.“ Eröffnet im September 1983 hat sie mittlerweile ein stolzes Alter erreicht. „Sie hat durchaus Charme. Aber wegen fehlender Höhe mussten schon einige Veranstaltungen abgesagt werden.“ Und die Tendenz sei steigend.

Nach der Jahrhunderthalle in Frankfurt, der Westfalenhalle in Dortmund und der Olympiahalle in München steht die Schleyerhalle altersmäßig an Platz 4. Mit Stehplätzen bietet die Halle 15 000 Besuchern Platz, Sitzplätze gibt es 10 500. Der Innenraum bietet 4000 Quadratmeter Fläche, neuere Hallen haben 2000 und dafür mehr Sitzränge. Die Mitbewerber bieten größere und modernere Hallen.

Daher nimmt die in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft im kommenden Jahr das Projekt neue Halle in Angriff. „Wir wollen die Sache seriös, mit genügend Vorlauf angehen“, so Kroll. Viele Fragen gilt es zu klären. Soll die neue Halle an die Porsche-Arena angedockt werden? Gibt es Ersatz während der Bauphase?

„Wir denken daran, eine neue Halle zu generieren“, unterstützt Martin Rau, Krolls Geschäftsführer-Kollege. „Das wird im kommenden Jahr eine der großen Herausforderung sein.“ Dabei geht es um die Größen-, aber auch um die finanzielle Dimension. Eine Halle, die 18 000 Besuchern Platz bietet, sollte es schon sein. Eine Machbarkeitsstudie gebe es noch keine. „Die wird vorbereitet.“ Den Gremien, die dann über das weitere Vorgehen, die Finanzierung und letztendlich über die Zustimmung zu entscheiden haben, sollen entsprechende Grundlagen an die Hand gegeben werden.

Die in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft, die im kommenden Jahr 15-jähriges Bestehen feiert, schreibt im fünften Jahr in Folge positive Zahlen. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, so Rau. Das Geschäftsvolumen habe sich gegenüber dem Vorjahr etwas reduziert, fällt um zehn Prozent geringer aus, beträgt 140 Millionen Euro. Es gab 2019 kein Landwirtschaftliches Hauptfest, zudem wird der Hegelsaal der Liederhalle umgebaut. „Die Sanierung läuft nach Plan.“ Zudem werden die Organisationsstruktur für die Fußball-Europameisterschaft 2024 vorbereitet und auch der Stadionumbau, sollte der Beschluss positiv ausfallen, begleitet.

Das Geschäftsjahr ist noch nicht beendet, denn die in.Stuttgart ist noch für die Silvester-Veranstaltung auf dem Schlossplatz zuständig. Überraschungen gebe es immer wieder, schmunzelt Kroll, denn der Auftrag zur Ausrichtung kam erst kurzfristig. „Es wird eine gute Veranstaltung mit gutem Programm.“ Völlig unklar sei, wie viele Zuschauer dazu kommen.

Beim Rückblick spielt das Wetter eine wichtige Komponente. „Beim Frühlingsfest war das Wetter katastrophal.“ Dennoch wurden 1,2 Millionen Besucher registriert, 2018 bei nahezu optimalem Wetter waren es 1,5 Millionen. Auch das Lichterfest litt unter den den widrigen Bedingungen. 25 000 Zuschauer gegenüber 40 000 im Jahr davor kamen auf den Killesberg. Auch das Volksfest war 2019 nicht vom Wettergott begünstigt. Sonne satt hingegen verzeichnete das Sommerfest – 500 000 Besucher wurden angelockt. Der Weihnachtsmarkt wird am kommenden Montag mit keinem Rekordbesuch enden. „Die Wochenenden waren verregnet.“

Freude bereitet Geschäftsführer Kroll das Hallen-Duo. 403 000 Besucher kamen zu den 118 Veranstaltungen in der Porsche-Arena, 679 000 zu den 101 Veranstaltungen in die Schleyerhalle. Und auch für 2020 sieht es gut aus. 98 Termine sind für die Schleyerhalle bereits fix, einer mehr für die Porsche-Arena. „Es werden voraussichtlich 111 beziehungsweise 117 Veranstaltungen sein.“ Die Grenze sei noch nicht erreicht. „Fünf bis zehn Prozent mehr Veranstaltungen wären noch möglich“ , so Kroll. Obwohl das Hallen-Duo durch den Porsche Tennis-Grand-Prix drei Wochen geblockt ist.

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