Die Brandruine des Awo-Waldheims ist abgerissen. Das Gelände liegt brach. Wie es künftig genutzt wird, ist ungewiss. Foto: Kuhn

Von Mathias Kuhn

An heißen Sommertagen gehen Untertürkheimer wehmütig im Gehrenwald spazieren. Früher ertönte Kindergeschrei aus den Waldheimgärten, Spaziergänger gönnten sich im Schatten des Kastanienbaums ein Getränk. Nun ist die Brandruine des Awo-Waldheims abgerissen, der Garten liegt brach. „Noch gibt es keine Entscheidung, wie es weitergeht“, sagt eine Mitarbeiterin des Liegenschaftsamts.

Die Waldheim-Tradition der SPD beziehungsweise der Arbeiterwohlfahrt ist endgültig Geschichte: Vor 66 Jahren hatten Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt und der SPD den Waldheimverein gegründet, 1953 das Gebäude im Gehrenwald gebaut und in den Folgejahren modernisiert. Das Waldheim - auch das benachbarte Gelände, der Heimgarten der katholischen St. Johannes-Kirchengemeinde - waren beliebte Ausflugsziele und Oasen, für Familien mit Kindern. Speziell das Awo-Waldheim war in den Sommerferien zudem Heimat für junge und im Frühsommer für ältere Ferienwaldheimbesucher. Gastronomie und Garten luden auch zum Verweilen ein.

An Pfingsten vor zwei Jahren zerstörte jedoch ein Brand das Awo-Waldheim. Schnell war klar, dass es wirtschaftlich unsinnig ist, die Brandruine zu restaurieren. Nur ein Abriss half. Doch wie nutzen? Die Arbeiterwohlfahrt machte sich die Entscheidung über die Zukunft des Waldheims nicht leicht. Für eine Kita sah die Stadtverwaltung keinen Bedarf, für einen neuen gastronomischen Betrieb hätten die Betreiber strenge Brand- und andere Schutzbestimmungen einhalten müssen. Letztendlich entschieden sich die Awo-Verantwortlichen, das Waldheim-Gelände an die Stadt zurückzugeben. Im Frühsommer wurde die Brandruine abgerissen. Nur noch der Kastanienbaum erinnert an die langjährige Waldheimvergangenheit, das Gelände liegt seitdem brach.

Mehrfach hatten die Bezirksbeiräte gefragt, was mit dem Filetstück am Ortsrand vom Gehrenwald geschehe. Auch innerhalb der Stadtverwaltung gibt es offensichtlich Überlegungen und kontroverse Vorschläge. Zumal auch das benachbarte Waldheim-Grundstück der katholischen Kirchengemeinde, der Heimgarten St. Johannes, nicht mehr als Waldheim in Betrieb ist. Immer wieder taucht deswegen der Wunsch auf, die Grundstücke beispielsweise für Wohnungsbau frei zu geben. „Wir haben dazu bereits erste Überlegungen angestellt und Konzepte erarbeitet“, sagt Stadtplaner Arnold Maiwald. Sie wurden aber nicht weiterverfolgt. Das Gebiet sei momentan nicht für Wohnungsbau vorgesehen. Der Gemeinderat bevorzuge die Nachverdichtung in den Stadtbezirken, bevor die Stadtverwaltung in den Außenbezirken neue Wohnbaugebiete ausweise, so Maiwald. Die künftige Nutzung des Awo-Grundstücks liege nun in den Händen des Liegenschaftsamts. Dort scheint man sich über die künftige Nutzung des Geländes noch kein abschließendes Urteil gebildet zu haben. „Es liegt momentan brach. Noch wurde keine Entscheidung getroffen, wie die Landeshauptstadt das Gebiet künftig nutzen will“, sagt eine Mitarbeiterin.