Caroline Flegel (links) und Foto: /Treffpunkt

Die Worldgames-Teilnehmerinnen Carolin Flegel und Isabelle Schildheuer sitzen wieder im Kanu, aber nicht gemeinsam, sonder jede in ihrem eigenen

Bad Cannstatt - Das Training hat sehr viel Spaß gemacht, weil wir wieder gepaddelt sind, endlich wieder im Boot saßen und gut Abstand gehalten haben. Aber ich fand es auch irgendwie komisch, man hat sich schon gesehen, aber mit Abstand und keiner Umarmung. Es ist aber schön, wieder mit Caroline zu fahren, diesmal im Kanu-Einer.“ Isabelle Schildheuer ist überglücklich, aber auch relativ ruhig für ihre Verhältnisse. Es ist ein emotionaler Augenblick, wieder ins gemeinsame Training einzusteigen. Dass die junge Frau mit Handicap wieder sportlich loslegen kann, ist ungemein wichtig. Und dass sie ihre Unified-Partnerin Caroline Flegel und ihre Trainingsgruppe endlich wieder treffen kann, mindestens genauso.

Die Kanu-Gesellschaft Stuttgart macht das möglich. Für die ehrenamtlich engagierte Trainerin und Hauptverantwortliche Bettina Bürk und ihr Team ist eines klar: Egal ob behindert oder nicht behindert, alle dürfen an den allgemeinen Lockerungen der Pandemie, an dem Zurück zur Normalität, teilhaben. Im Verein schlägt das Herz zum Thema Inklusion hoch. Mit dem Treffpunkt des Caritasverbands für Stuttgart ist man schon ein Vierteljahrhundert gemeinsam stark unterwegs. Etliche Menschen mit Handicap gehören in der Zwischenzeit zu den Mitgliedern des Vereins und sind voll dabei.

Zurück zu Isabelle Schildheuer und Caroline Flegel: Im Kanu-Unified-Zweier waren sie letztes Jahr bei den Special Olympics Worldgames in Abu Dhabi erfolgreich. Sie haben davor und danach sehr viel gemeinsam erlebt. Sie haben die Hand des Bundespräsidenten geschüttelt, aber dieses Jahr auf ihre Sportlerehrung wegen Covid-19 verzichten müssen. Auch diese Situation werden sie gemeinsam und durch ihren Sport meistern.

Caroline Flegel freut sich: „Es war der Wahnsinn, dass wir als Team wieder trainieren konnten, uns nach so langer Zeit wieder sehen konnten. Wir haben im Vorfeld alles gut abgesprochen und im Training hat es wirklich gut geklappt. Wenn man im Kajak sitzt und übers Wasser gleitet, fühlt es sich einfach nach Freiheit an. Dieses Mal haben wir wegen der Abstandsregel im Einer trainiert. Aber ich hoffe, bald wieder mit Isabelle im Zweier trainieren zu können.“ Unter Einhaltung der aktuellen Corona-Hygienevorgaben konnte das Training mit der Inklusions-Sportgruppe bei der Kanu Gesellschaft Stuttgart wieder gestartet werden. Auch der Treffpunkt startete vor kurzem mit seinem Programm und Kooperationspartnern mit einer Sonderausgabe. Alle Mitarbeitenden freuen sich riesig darüber, endlich wieder ein Stück Normalität anbieten zu können.

Der Treffpunkt ist eine Bildungs- und Begegnungsstätte für Menschen mit, aber auch ohne Behinderung: Von inklusiven Sportangeboten, der Kreativen Schreibwerkstatt, Theaterkursen, Bildungsreisen oder Städtefahrten – die Angebote sind vielfältig und alle berücksichtigen sie die besondere Lebenslage von Menschen mit Behinderung.

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