Das kann in Zukunft teuer werden. Wer in Frankreich seine Maske achtlos auf den Boden wirft, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Foto: Krohn/Krohn

Wer seine Gesichtsmaske achtlos auf die Straße wirft, muss in Frankreich bald tief in die Tasche greifen

Paris - Frankreich sagt dem Masken-Müll den Kampf an. In Zeiten der Corona-Pandemie sind sie zu einem wichtigen Gebrauchsgegenstand geworden. Jeden Tag werden Millionen der medizinischen Einwegmasken produziert. Allerdings landen viele nicht im Mülleimer, sondern werden nach der Benutzung achtlos auf die Straße geworfen. Aus diesem Grund will die Regierung in Paris die Strafen für diesen Umweltfrevel drastisch erhöhen. Statt 68 Euro sollen in Zukunft 135 Euro fällig werden, sollte die Maske nicht sachgerecht im Müll entsorgt werden. In besonders schweren Fällen soll die Strafe sogar bis auf 750 Euro erhöht werden können.

Der Müll findet sich im Meer wieder

„Jeder muss verstehen, dass alles, was auf den Boden geworfen wird, seinen Weg in die Meere findet“, sagt Brune Poirson, Staatssekretärin im Umweltministerium. „Wenn man saubere Ozeane haben will, dann beginnt das mit sauberen Gehwegen.“ Aufgerüttelt wurden die Politiker durch das Video eines Mannes, der in der Bucht vor Cannes tauchen war. „In diesem Video sieht man Dutzende von Plastikhandschuhen und Masken im Mittelmeer treiben, die zuvor einfach auf die Straße geworfen wurden“, ereifert sich Eric Pauget, Abgeordneter im französischen Parlament aus dem Département Alpes-Maritimes.

Es könne nicht angehen, dass solch eine medizinische Maske vier Stunden benutzt wird und danach 450 Jahre braucht, um sich in der Natur abzubauen. Viele Menschen würden davon ausgehen, dass diese leichten, papierähnlichen Masken sich schnell abbauen würden, was aber nicht der Fall sei. Eric Pauget spricht sich dafür aus, die Strafe sofort auf 300 Euro zu erhöhen, weil er befürchtet, dass diese Art von Abfall ein dauerhaftes Problem für die Umwelt werden könnte.

Die höheren Strafen sind umstritten

Die französische Umweltorganisation „Robin des bois” ist ebenfalls dafür, die Strafen für das Wegwerfen der Masken und Plastikhandschuhe zu erhöhen. Ihr Präsident Jacky Bonnemains beklagt, dass dieser Abfall wegen der Corona-Pandemie inzwischen zu einer “globalen Geißel” geworden sei. Isabelle Autissier, Präsidentin des WWF France, ist sich allerdings nicht sicher, ob in diesem Fall höhere Strafen der richtige Weg sind. Sie glaubt, dass eine bessere Aufklärung mehr Erfolg versprechen würde.

Angesichts der Müllberges durch die Masken macht sich die französische Regierung auch Gedanken darüber, diesen sehr spezifischen Abfall zu recyceln. Umwelt-Staatssekretärin Brune Poirson hat aus diesem Grund eine Anlage im Norden Frankreichs besichtigt, in der seit mehreren Jahren infektiöse Klinikabfälle verwertet werden. Aus den alten werden dort keine neuen Masken hergestellt. Wegen des hohen Plastikanteils können sie aber wenigstens zu Plastikrohren verarbeitet werden.

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