Fellbach (red) - Die Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabrielle Zull und Verkehrsminister Winfried Hermann haben sich am vergangenen Montag erstmals getroffen, um über geplante regionale Verkehrsmaßnahmen zu sprechen - vor allem über den umstrittenen Nord-Ost-Ring.

Der Nord-Ost-Ring umfasst bisher lediglich die Pläne für ein 11,5 Kilometer langes Verbindungsstück zwischen den Bundesstraßen 27 und 14, das im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 im weiteren Bedarf mit Planungsrecht aufgenommen wurde. Die Aufnahme dieses Teilstücks sowie der Beschluss des Landeskabinetts, diese Verkehrsverbindung in dem „Luftreinhalteplan Stuttgart“ aufzulisten, hatten in den vergangenen Wochen für lebhafte Debatten in der Region und im Fellbacher Gemeinderat gesorgt. Zwar hatte Oberbürgermeisterin Zull nicht von einem direkten Planungsauftrag des Landes für den Nord-Ost-Ring gesprochen, doch vor dem Bau der mehrspurigen Trasse zwischen den Bundesstraßen 27 und 14 gewarnt, die mit dem vorliegenden Kabinettsbeschluss wahrscheinlicher geworden sei.

In dieser Hinsicht sieht sich der Verkehrsminister an der Seite der Oberbürgermeisterin. Er sagte: „Die Stadt Fellbach wehrt sich in dieser Frage zurecht. Um die Stadt Stuttgart wirksam vom Autoverkehr zu entlasten, treibt das Land den Ausbau der tangentialen Autobahnen A 8 und A 81 voran. Dagegen ist eine Entlastung der Landeshauptstadt durch das Verbindungsstück den Bundesstraßen 27 und 14 nicht zu erwarten. Vielmehr befürchten die Städte und Gemeinden im Remstal mit Recht durch zusätzlichen Verkehr auf der B 29 belastet zu werden.“

Für Hermann würde ein Nord-Ost-Ring nicht nur das bisher angedachte 11,5 kilometerlange Teilstück zwischen den Bundesstraßen, sondern auch die komplette Anbindung an die Autobahnen in der Region umfassen. Dieser Straßenbau trüge aber kaum dazu bei, die Verkehrsprobleme im Stuttgarter Talkessel und am neuralgischen Nadelöhr - der Neckarbrücke in Remseck - zu lösen.

Die Aussage nahm Zull positiv auf. „Allerdings müssen wir im Auge behalten, dass der ursprünglich als Nord-Ost-Ring definierte Straßenverlauf zwischen Kornwestheim und Fellbach in den überregionalen Verkehrsplanungen durchaus enthalten ist. Ein Planungsverbot wie in den vergangenen Jahren gibt es für das 11,5 Kilometer lange Teilstück nicht mehr.“ Der Bund oder auch künftige Landesminister könnten die Straße jederzeit weiterverfolgen.

Einig waren sich der Minister und die Oberbürgermeisterin darin, kleinräumige Lösungen weiterverfolgen zu wollen. Um die Verkehrssituation zwischen dem Remstal und Stuttgart zu verbessern, bearbeitet das Regierungspräsidium aktuell eine Lösung an der Auffahrt Fellbach-Süd auf die B 14. Hier kommt es in Spitzenzeiten täglich zu Behinderungen vor dem Kappelbergtunnel. Hermann und Zull vereinbarten, dass sie bei den für Fellbach so wichtigen Verkehrsfragen künftig im engen Dialog bleiben wollen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: