Die Verglasung der Unterstehhalle wird vermutlich verschoben Foto: Mathias Kuhn

Seit Jahren wünschen sich die Wangener, dass die Unterstehhalle auf dem Friedhof eingehaust wird. Doch der für Herbst versprochene Wetterschutz wird nun nochmals verschoben. Corona hat ein Loch in den Etat gerissen.

Wangen - Die Wangener hatten es bereits geahnt: Als Anfang des Jahres das Garten-, Friedhofs- und Forstamt (GFF) der Stadt signalisierte, dass die Stadt die Unterstehhalle auf dem Wangener Friedhof – endlich – total verglasen will, bleiben die Bezirksbeiräte noch skeptisch. Die Floskel „In Wangen dauert dies doch normalerweise 30 Jahre“ machte die Runde. Sie könnten Recht behalten. Vor mehr als zehn Jahren sprach ein Wangener bei der Bürgerversammlung den unhaltbaren Zustand für viele Trauernde an. Seitdem versuchen die Bezirksbeiräte Druck auszuüben. CDU-Bezirksbeirat Marijan Laszlo hatte bereits einen Kostenvoranschlag für eine günstige Glaseinhausung eingeholt und den Wunsch in den Bürgerhaushalt eingestellt. 142 Bürgerinnen und Bürger unterstützten den Vorschlag, der Gemeinderat bewilligte vor zwei Jahren 50 000 Euro für das Vorhaben. 2018 sollte der Umbau erfolgen. Ein Architekt hat Pläne erarbeitet, im Februar fehlte „nur noch die Abstimmung mit der Naturschutzbehörde“, wie Birgit Blumenthaler vom GFF damals sagte. Sie sollten nochmals dem Bezirksbeirat vorgestellt werden. Die Behörde rechnete damals mit Baukosten in Höhe von rund 80 000 Euro. Die Summe solle aber kein Verzögerungsgrund darstellen, hieß es im Februar.

Durch die Corona-Krise hat sich die Situation nun offenbar verändert. „Die Corona-Pandemie bringt eine schlechte Haushaltsprognose mit sich. Auf dieser Grundlage prüft die Verwaltung derzeit sämtliche Projekte hinsichtlich der Notwendigkeit und Dringlichkeit“, sagt Ann-Katrin Keicher von der Presseabteilung der Landeshauptstadt. Auch der vorgesehene Wetterschutz für die Unterstehhalle auf dem Friedhof Wangen komme deswegen nochmals auf den Prüfstand. Wann ein Wetterschutz umgesetzt werden kann, könne daher momentan noch nicht beantwortet werden.

Es könnte allerdings noch einige Monate Dauern. Das GFF hat eine Prioritätenliste aufgestellt. Mehrfach wurden Projekte in anderen Stadtbezirken als dringlicher eingestuft. Die Baumaßnahmen würden dabei nach Aspekten der Verkehrssicherheit beurteilt, so Keicher. Auch die Auslastung ist sicherlich ein Argument. Nur sechsmal, so Keicher, sei im vergangenen Jahr die Unterstehhalle bei Trauerfeiern genutzt worden. Ein Totschlag-Argument, das die Bezirksbeiräte seit Jahren kennen und schnell entkräften. Wenn die Unterstehhalle bereits einen Glasschutz hätte, würden auch mehr Trauerfeiern und Abschiedszeremonien dort stattfinden. Denn die Aussicht, dass die Trauergemeinde im Regen steht oder von Wind durchgepustet wird, hält gerade in den kühlen Monaten viele Hinterbliebenen davon ab, die Unterstehhalle zu buchen.

Die Wangener werden weiter für den Wetterschutz aus Glas kämpfen, damit Beerdigungen in würdigen Rahmen begangenen werden können.

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