Die Stuttgarter Katholikin Mercedes Gröger hat sich stets für andere Menschen eingesetzt. Jetzt ist die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes mit 96 Jahren gestorben.
Mercedes Gröger war für alle da, die Hilfe brauchen. Sie setzte sich für Heimatvertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg ebenso ein wie für die katholische Kirchengemeinde in Mönchfeld. Gröger habe kein Aufheben um ihre Person gemacht, auch, wenn es ihr nicht so gut gegangen sei, habe sie sich immer um die Anliegen ihrer Mitmenschen gekümmert. So beschrieb der Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann die Katholikin, die sich bis ins hohe Alter im Ehrenamt engagiert hatte, nicht nur in der katholischen Kirche.
Zuletzt war sie noch beim Neujahrsempfang der CDU Mitte Januar im Palmschen Schloss zu Gast gewesen. Nur wenige Tage später, am 22. Januar ist die 96-Jährige gestorben. „Ich habe sie sehr geschätzt und auch immer mal im Krankenhaus besucht, wenn sie krank war“, sagt Bohlmann.
Mercedes Gröger wurde vielfach geehrt für ihr Engagement
Gröger arbeitete still und meistens verborgen im Hintergrund. Sie wurde für ihren vielseitigen Einsatz über Mühlhausen und Mönchfeld hinaus vielfach geehrt: mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Elisabethenkreuzes, der goldenen Ehrennadel der Ackermann-Gemeinde, der Martinusmedaille. Und im Jahr 2021 erhielt sie von Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Verdienstorden des Landes-Baden-Württemberg.
Für Heimatvertriebene eingesetzt
Der Grünen-Politiker würdigte mit der Verleihung des Verdienstordens insbesondere das große Engagement von Mercedes Gröger für die Heimatvertriebenen, für die Ackermann-Gemeinde und für die Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Brünn, wie Helmut Heisig von der Union der Vertriebenen und Flüchtlinge Stuttgart auf der Homepage der Sudetendeutschen Landsmannschaft der Landesgruppe Baden-Württemberg erklärte. Mercedes Gröger habe, wie viele in ihrer Generation, schwere Zeiten ertragen müssen: Krieg, Flucht, Vertreibung und der Verlust des Vaters hätten ihr Leben geprägt. Ihr Weg führte sie von Ostrau nach Lubenz, weiter im Viehwaggon bis nach Ellwangen und schließlich nach Stuttgart.
Martinusmedaille der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Die aktive Katholikin aus der Kirchengemeinde St. Johannes Maria Vianney in Stuttgart-Mönchfeld war über Jahrzehnte Lektorin und Eucharistiehelferin in ihrer Kirchengemeinde. Sie organisierte dort auch den Weltgebetstag und wurde für ihr kirchliches Engagement von der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit der Martinusmedaille ausgezeichnet. Sie leitete den Ökumenischen Seniorenkreis Mönchfeld und engagierte sich für den Bürgerverein Stuttgart-Mühlhausen.
Seit Beginn der Gemeindegründung 1958 dabei
Gröger war bei allen seelsorgerlichen Themen im Einsatz, weiß der Bezirksvorsteher. „Sie war ein Urgestein der Kirchengemeinde St. Johannes Maria Vianney, seit Anfang mit der Gemeindegründung 1958 und Einweihung der Kirche 1962 aktiv“, sagte Martina Siegl, die Gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats. „Sie hat sich nicht nur in ihrer Nachbarschaft um die Menschen gekümmert, sondern in ganz Mühlhausen und Mönchfeld.“
Befürworterin des Neubaus der Kirche
Gröger war gleichfalls in der Seniorenarbeit aktiv und beim Frauenbund. Sie war jahrelanges Mitglied im Kirchengemeinderat, im Besuchsdienst im Altenpflegeheim St. Ulrich. „Die Kirchengemeinde war für Mercedes Gröger wie ihre Familie“, so Siegl. Gröger habe auch die großen Veränderungen in der Kirchengemeinde mental unterstützt wie den Abriss und Neubau der Kirche St. Johannes MV. Sie habe oft gesagt: „Das war eine sehr gute Entscheidung. Sie ist froh darüber und freut sich über eine so schöne, gut besuchte, neue Kirche. Wir haben alles richtig gemacht.“
Gröger hatte bis ins hohe Alter noch ältere Menschen mit dem Auto hin- und hergefahren, war im Tanzkreis aktiv und hat bei der Fasnet die Polonaise angeführt, erinnerte Bohlmann. Aus Stuttgarts Partnerstadt, dem tschechischen Brünn, habe sie regelmäßig Schüler betreut, die zu Besuch gekommen seien. „Die dreifache Mutter war eine unglaublich liebenswürdige Frau“, erinnert der ehemalige Bürgervereins-Vorsitzende Heinz Morhard. Sie habe bis in die letzten Tage noch Bewohner im Pflegeheim besucht, auch seine 99-jährige Mutter bis kurz vor deren Tod. Sie habe sehr viel für die Ökumene getan.
Am Mittwoch, 4. Februar, gibt es um 11.30 Uhr ein Requiem in der St. Johannes Maria Vianney Kirche in Mönchfeld. Um 13 Uhr ist die Beisetzung auf dem Friedhof in Mühlhausen.