Hoch hinaus: der Auftritt der Fahnenschwinger aus Konstanz. Foto: Andrea Eisenmann - Andrea Eisenmann

Am ersten Volksfestsamstag findet an der Fruchtsäule immer der Traditionsmorgen samt Morgengruß statt, quasi als offizielle Volksfesteröffnung. Dabei wurde auch an die Ursprünge der Veranstaltung erinnert.

Bad CannstattDer Traditionsmorgen hat das, was die Veranstaltung auszeichnet, bereits im Namen: viel Tradition. Jahrzehntelang erfolgte im Schatten der Fruchtsäule der offizielle Auftakt des Wasenrummels, bis der Fassanstich samt Party im Zelt vor zwölf Jahren auf den Freitag vorverlegt wurden. Geblieben ist der Traditionsmorgen dennoch – quasi als zweites Eröffnungsfest. Und so wurde auch an diesem Samstag wieder unter der Fruchtsäule gefeiert: Volkstänze aus Alt-Württemberg werden auf der Bühne gezeigt, Trachten vorgeführt, Blasmusik gespielt und es wird an die Ursprünge des Festes erinnert. Auch zum ökumenischen Morgengruß mit Dekan Eckart Schultz-Berg haben die Organisatoren des Cannstatter Volksfestvereins eingeladen. Viel Traditionelles also – und doch auch einiges Neues.

So darf als Nachfolger von Michael Föll Stuttgarts Wirtschaftsbürgermeister Thomas Fuhrmann seine „Jungfern-Rede“ halten – seine Wahl zum „Wasenbürgermeister“ steht erst im November auf der Agenda. „Die Tradition ist an diesem Morgen allgegenwärtig“, betont dieser. Denn die Ursache für die Entstehung des Volksfestes vor 201 Jahren sei „im Klimaschutz“ begründet. Fuhrmann erinnert an die katastrophalen Folgen des Vulkanausbruchs 1815 in Indonesien für die hiesige Landwirtschaft. Und auch der Vergleich „Wasen versus Wiesn“ darf in seiner Rede nicht fehlen – wenig überraschend mit dem besseren Ende für die Schwaben. „Die Bayern feiern, weil sie feiern wollen.“ Das Cannstatter Volksfest hingegen sei auf einen historisch begründeten Anlass zurückzuführen.

Gekonnt und unfallfrei verläuft der Auftritt der Fahnenschwinger aus Konstanz, die die Titel Deutscher Meister sowie Weltmeister tragen. In ihren Reihen an diesem Tag: Svenja Freimoser, die jüngst den Weltrekord im „Fahnenhochwerfen“ verbessert hatte. Für eine Demonstration ihres Könnens greift sie auf eine Stuttgart-Flagge zurück. „So hoch wie heute ist das Rössle noch nie geflogen“, kommentiert Moderator Wulf Wager gut gelaunt den Auftritt und kann sich später auch nicht die Anmerkung verkneifen, dass das Wappentier der Landeshauptstadt auf der Spitze der Fruchtsäule eine „kleine Schande“ sei, über die man als „Herzens-Cannstatter und Leidens-Stuttgarter“ nur großzügig hinweg sehen könne.

Mit dabei am Traditionsmorgen sind auch die Stadtkapelle Waldenbuch, der Stuttgarter Spielkreis, der bereits in den 1960er-Jahren an Eröffnungsfeiern mitgewirkt hatte, der Cannstatter Volksfestverein, die Trachtengruppe des Kübelesmarktes sowie die Stadtgarde Stuttgart.

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