Der Ratskeller, der bereits die Außengastro betreibt, startet am Dienstag drinnen. Foto: / ubo

Der neue Name „the ratskeller“ bleibt: Nach dem Start der Außengastronomie unweit der Rathaustreppe eröffnet das Traditionslokal an diesem Dienstag um 17 Uhr die für neun Millionen Euro sanierten Innenräume im Rathaus.

Stuttgart - Nach fünf Jahren endet die gastronomische Ödnis im und vor dem Stuttgarter Rathaus. Die Außengastronomie unweit der Rathaustreppen hat bereits den Anfang gemacht. Das von Zäunen abgesperrte Holzdörfle im Freien, das man nur mit 2G plus betreten darf (vom Schnelltest ausgenommen sind Geboosterte etc.), nennt sich „Winterwald“. Es besteht aus einer Glühwein- und Essbude (unter anderem gibt’s hier Schupfnudel mit Kraut), Heizlüftern, Stehtischen, Weihnachtsbäumen, Weihnachtsmännern und einer überdachten Sitzbank. Dass die neue Zeit auf dem Marktplatz begonnen hat, zeigt das Schild über dem Eingang, auf dem „the ratskeller“ steht.

Spötter sagen, „the ratskeller“ sei mit dem neuen Namen das „Rattenloch“

Der heftige Spott über das englischen „the“ vor dem Namen – manch einer spricht vom „Rattenloch“, weil Rats übersetzt Ratten heißt – konnte den Plan der Betreiber nicht stoppen, das Traditionallokal mit Denglisch aufzufrischen. „Der Name soll zeigen, dass wir immer der Ratskeller bleiben“, sagt Pächterin Denise Schuler, „aber auch neu sind.“ Die Wirtin freut sich sehr, dass es im neuen Schmuckstück des Rathauses – alles ist heller geworden – nun endlich losgehen kann. Länger als erwartet hat es gedauert, bis alle Genehmigungen vorlagen.

An diesem Dienstag, 17 Uhr, werden die Türen in dem für 9,47 Millionen Euro Euro sanierten Keller nun endlich zum ersten Mal für alle geöffnet. Aber nicht der gesamte Ratskeller steht bisher zur Verfügung. Die Banketträume, die man später für Feste aller Art reservieren kann, werden momentan noch für ein Schnelltestzentrum genutzt.

Slogan von „the weinbar“: „Viertele schlotzen deluxe“

Brauereichef Colin Dinkelacker hatte bereits Ende November Eröffnung mit Stadt-Vips feiern wollen – in der vierten Welle sagte er das Fest ab. Die Brauerei hat 1,1 Millionen Euro zum Umbau beigesteuert. Das Architekturbüro Fasshauer aus Ebersbach öffnete den einst kleinteiligen und zur Umgebung abgeschirmten Ratskeller mit neuen Fenstern. Im Inneren wurden verschiedene Zonen mit Sichtachsen geschaffen. Noch eine Baustelle ist der ehemalige Stadtbesen, der mit 20 Plätzen als „the weinbar“ später eröffnet. Slogan: „Viertele schlotzen de­luxe“. Im Restaurant ist Regionales Trumpf. Die Lieferanten aus der Umgebung wurden darauf eingeschworen, in Sinne der Nachhaltigkeit zu arbeiten. Für das Gastrokonzept hat sich Denise Schuler, deren Familie jahrelang die Wilhelma-Besucher verpflegt hat und die weiterhin das Rothaus im Gerber betreibt, Experten aus Frankfurt geholt.