Die Zahl der ankommenden Gäste schrumpfte im Vorjahresvergleich um 42,9 Prozent auf 8,0 Millionen. (Symbolbild) Foto: dpa/Sven Hoppe

Der Tourismus in Baden-Württemberg zieht Bilanz: Weniger Gäste in einem Sommerhalbjahr gab es im Südwesten zuletzt 1997, weniger Übernachtungen in diesem Zeitraum seit der Wiedervereinigung noch nie.

Stuttgart - Der Tourismus in Baden-Württemberg ist im sogenannten Sommerhalbjahr zwischen Mai und Oktober auf das Niveau von vor Jahrzehnten zurückgefallen. Die Zahl der ankommenden Gäste schrumpfte im Vorjahresvergleich um 42,9 Prozent auf 8,0 Millionen, die Zahl der Übernachtungen um 34,1 Prozent auf 22,8 Millionen, wie das Statistische Landesamt in Stuttgart am Dienstag mitteilte. Weniger Gäste in einem Sommerhalbjahr gab es im Südwesten zuletzt 1997, weniger Übernachtungen in diesem Zeitraum registrierten die Statistiker seit der Wiedervereinigung sogar noch nie.

Auffällig ist, dass die Bodensee-Region einen weitaus weniger starken Rückgang als andere Orte im Südwesten verkraften musste. Härter traf es etwa Hoteliers im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und in der Stuttgarter Region.

Den touristischen Tiefpunkt hatte die Branche im April erlebt

Den touristischen Tiefpunkt hatte die Branche im Lockdown-Monat April erlebt, als die Zahl der Gäste (minus 94 Prozent) und der Übernachtungen (minus 88,3 Prozent) besonders stark einbrachen.

Bis zur Corona-Krise hatte die Südwest-Tourismusindustrie mehrere Rekordjahre hintereinander verbucht. In Baden-Württemberg hängen nach Angaben des Tourismusministeriums etwa 390 000 Arbeitsplätze von dieser Branche ab, der Tourismus erwirtschaftete demnach zuletzt einen jährlichen Umsatz von mehr als 25 Milliarden Euro.

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