Nico Wenger spielte stark auf. Foto: Wolfgang Arnold

Der Tischtennis-Regionalligist Sportbund Stuttgart gibt im Spitzenspiel gegen Plüderhausen einen Punkt ab – Aufstiegsspiel in zwei Wochen.

Stuttgart-Ost - Nur noch ein Sieg zum Aufstieg in die 3. Bundesliga: Tabellenführer DJK Sportbund Stuttgart holte sich im Duell mit dem SV Plüderhausen ein 8:8 und damit einen wichtigen Punkt im Aufstiegskampf. Das Spitzenspiel des Ersten gegen den Dritten stand auf hohem Niveau und fand vor der stattlichen Kulisse von 100 Zuschauern statt. Mit jetzt 28:2-Punkten führt der Sportbund die Tabelle drei Spieltage vor Ende mit vier Punkten Vorsprung sowie klar besserem Spielverhältnissen an. Damit fehlt aus den letzten drei Spielen (gegen die drei letzten der Tabelle) noch ein Sieg. Der könnte bereits am 21. März zu Hause gegen den Tabellenachten TTC Singen gelingen.

Der SV Plüderhausen trat am Samstag in der Stuttgarter Halle Nord erstmals in der Rückrunde in kompletter Aufstellung an. Der Brasilianer Eduardo Tomoike traf überraschend am Tag vor dem Spiel in Deutschland ein. Das Team aus dem Stuttgarter Osten musste dagegen ohne Alexander Frank und Marius Henninger an die Tische. Henninger war zwar anwesend, musste seine Spiele jedoch wegen Krankheit „abschenken“. Mannschaftskollege Sven Happek: „Nur so hatten wir eine Chance, das Aufrücken der anderen Spieler zu vermeiden.“ Und dennoch: Die Ausgangssituation in personeller Hinsicht sprach klar für die Gäste aus dem Remstal. Entsprechend der Start: Neben dem kampflosen Doppel gewann Plüderhausen auch überraschend klar das Doppel drei mit Chamorro/Tran (3:0 gegen Sven Happek/Nico Wenger). Sportbunds Spitzendoppel mühte sich in fünf Sätzen gegen Tomoike/Schaal zum einzigen Doppel-Punkt. 1:2 also, dazu die beiden kampflosen Partien von Marius Henninger, sodass Plüderhausen bereits 4:1 in Führung lag. Doch Gastgeber Sportbund resignierte nicht, befolgte vielmehr Sven Happeks Team-Beschwörung vor der Partie, die ironisch und aufmunternd zugleich wirkte: „Wir sind Favorit für ein 8:8-Unentschieden …“

Und tatsächlich: Dauud Cheaib mit einem Kantersieg über Kovacs, Hao Mu mit einer Glanzleistung beim hauchdünnen 12:10 im 5. Satz über Plüderhausens Spitzenmann Magyar sowie Happek selbst mit einem starken Viersatzsieg über den Brasilianer Tomoike glichen den Rückstand aus. Unentschieden blieb es auch nach den Partien des hinteren Paarkreuzes: Nach Gabriel Gaas glatter Dreisatz-Niederlage gegen Tran gelang dem in Top-Form agierenden Nico Wenger ein vergleichsweise sicherer 3:1-Erfolg über Plüderhausens Kapitän Schaal.

Jetzt warteten die Schlüsselspiele nach dem bis dato ausgeglichenen Verlauf. Cheaib zeigte auch gegen Magyar eine brillante Vorstellung, erspielte sich eine 2:1-Satzführung sowie ein 7:3 im 4. Satz. Doch Magyar spielte Alles oder Nichts, traf fortan jeden Ball und Cheaib wurde vor allem beim Rückschlag zu passiv. Der Linkshänder vom SV Plüderhausen drehte die Partie noch in fünf Sätzen. Als auch noch Sven Happek trotz gewonnenem Auftaktsatz gegen Chamorro zunehmend haderte und die Partie noch abgab, schien sich das Spiel zugunsten der Gäste gedreht zu haben. Doch Hao Mu (gegen Kovacs) und Nico Wenger (gegen Tran) lieferten jeweils einen Hitchcock-Krimi, retteten mit großem Kampf und einem 12:10 im 5. Satz jeweils ihre Zähler. Im ebenso knappen Match von Gabriel Gaa gegen Schaal konnte der Stuttgarter Ersatzmann zwar bis lange im 5. Satz mithalten, doch es reichte nicht ganz. 7:8 lautete der Zwischenstand vor dem Schlussdoppel. Mit großer Euphorie brannten die Stuttgarter Dauud Cheaib/Hao Mu ein Feuerwerk ab, gewannen ganz klar gegen Magyar/Kovacs. Großer Jubel brandete nach dem Spiel beim Sportbund auf, denn dieser Punktgewinn war aufgrund der personellen Voraussetzungen nicht zu erwarten.

Es war ein glückliches Remis für die Stuttgarter Gastgeber. Das belegen die Zahlen: Vier der sechs Fünfsatzspiele gingen an den Sportbund. Überragende Leistungen zeigten Hao Mu, der alle vier möglichen Punkte holte, dabei beide Einzel mit 12:10 im 5. Satz gewann sowie Nico Wenger mit zwei Einzelpunkten. Mannschaftsführer Thomas Walter: „Wir haben den vorletzten Schritt zum angestrebten Meistertitel und Aufstieg in die 3. Bundesliga Süd gemacht. Der letzte soll nun in zwei Wochen gegen den TTC Singen folgen. Dafür gilt es nun, die Spannung hoch zu halten.“

Noch näher steht das Regionalliga-Damen-Team des DJK Sportbund Stuttgart vor dem Aufstieg in die 3. Bundesliga Süd: Nach einem 8:2-Auswärtssieg beim TTC Mülheim-Urmitz (bei Koblenz) führt die Mannschaft die Tabelle mit 27:3-Punkten an. Bei sechs Punkten Vorsprung und dem klar besten Spielverhältnis fehlen in den letzten drei Partien lediglich vier gewonnene Einzelspiele zum Meistertitel.

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