Sportbund-Spitzenspieler Dauud Cheaib war gegen Wöschbach der Matchwinner, er holte zwei Siege. Foto: /Volker Arnold (z)

Der Tischtennis-Drittligist DJK Sportbund Stuttgart besiegt den TSV Wöschbach in einem Klasse-Match nach drei Stunden mit 5:3.

Stuttgart - Der DJK Sportbund Stuttgart besiegte den TSV Wöschbach (Baden) in einem über dreistündigen Spiel mit 5:3. Damit bleibt das Team aus dem Stuttgarter Osten weiter ungeschlagen und führt die Tabelle mit 6:0-Punkten an. Die Gastgeber zeigten sich als das ausgeglichenere Team – alle Akteure trugen mit einem Einzelsieg zum Mannschaftserfolg bei, Spitzenspieler Dauud Cheaib gewann gar beide Einzel.

„Das war ein Kraftakt“, bewertet Cheaib Stunden nach der Partie die Begegnung mit den Gästen aus Wöschbach. Und in der Tat: Die beiden Spitzenteams schenkten sich vor – Corona-bedingt – nur knapp 50 Zuschauern nichts. Und Cheaib selbst setzte gleich zum Auftakt ein kämpferisches Signal. Gegen den ungestüm angreifenden Guilherme Teodoro musste er in einem dramatischen Fünfsatz-Spiel alle Register seines Könnens und seiner Erfahrung ziehen, um schließlich mit 11:9 die Oberhand zu behalten. Ein unerwartet dramatischer Auftakt. Weit weniger Spannung kam in den beiden folgenden Partien auf, die jeweils klar mit 3:0-Sätzen an den Sportbund gingen: Andrey Semenov gelang das Kunststück, den weitaus stärker eingeschätzten Jan Zibrat überhaupt nicht ins Spiel kommen zu lassen – ein echter Big Point. Schon eher gerechnet hatte man da im Lager der Gastgeber mit dem Erfolg von Marius Henninger, der Kenan Hrnic keine Chance ließ. 3:0 also – die Vorentscheidung? Nein, die Gäste kämpften unverdrossen weiter. Aleksa Gacev behielt in einem hitzigen Duell mit Sven Happek mit serienweise langen Ballwechseln die Nerven und sicherte nach 1:2-Satzrückstand noch in fünf Sätzen den Anschlusspunkt für Wöschbach. Halbzeitstand also 3:1 für den Sportbund. „Das Spiel ist noch lange nicht gewonnen“, so die Stimmung im Team der Stuttgarter.

Und tatsächlich blieb es auch in der zweiten Hälfte ein Match auf Augenhöhe. Zunächst musste Semenov gegen den erneut fulminant aufspielenden Teodoro ein bitteres 1:3 hinnehmen. Gerade als er sich anschickte, nach 0:2-Rückstand eine Aufholjagd zu starten, spielten ihm die Nerven einen Streich. Bei 9:10 im vierten Satz schoss er einen hohen, scheinbar sicheren Ball ins Aus: 1:3-Niederlage statt möglichem Entscheidungssatz. Und auch Kollege Cheaib machte es spannend. Nach zwei scheinbar sicheren Satzgewinnen gegen Zibrat, wachte dieser auf, holte sich klar Satz drei und führte auch deutlich im vierten. Doch erneut warf Cheaib im Zielfinish alles in die Waagschale. Spektakulär der Matchball: Beim Stand von 11:10 spielte Zibrat nach guter Vorbereitung den finalen harten Vorhand-Spin. Cheaib brachte – nah am Tisch stehend – irgendwie seinen Schläger zum Block dazwischen. Der Ball schien sich auf der Netzkante lange zu überlegen, auf welche Seite er fallen sollte. Er landete schließlich unerreichbar auf der von Zibrat, Cheaib riss bei gleichzeitiger Entschuldigung die Arme hoch. Das 4:2 für Stuttgart war perfekt. Unentschieden oder Sieg – das war jetzt die Frage aus Sportbund-Sicht? Ein Punkt fehlte noch. Doch der ließ in den letzten beiden Begegnungen auf sich warten. Henninger und Gacev lieferten sich ein Klasse-Match. Das wurde durch einige Schiedsrichter-Diskussionen über korrekte Aufschläge einige Male unterbrochen. Henninger verlor im vierten und fünften Satz zusehends die Ruhe und unterlag am Ende hauchdünn. Nun musste also das letzte Einzel der Partie die Entscheidung bringen. Happek machte gegen Hrnic jedoch nach knapp gewonnenem ersten Satz einen zunehmend müden Eindruck. Bereits bei 4:5 im dritten Satz nahm er das Timeout. Nach etwas Kohlehydrat-Zufuhr kehrte seine Energie zurück und er entschied vor allem einige Marathon-Ballwechsel für sich. Hrnic wirkte sichtlich frustriert ob der vergebenen Chancen. Mit 11:7 und 11:9 sicherte Happek den Sieg und damit den 5:3-Erfolg für den Sportbund Stuttgart.

Die Mannschaft stabilisierte mit diesem dritten Saisonsieg die Tabellenführung. Ob es am kommenden Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim SB Versbach (bei Würzburg) weitergeht, wird von Seiten des Deutschen Tischtennis-Bundes im Laufe der Woche entschieden. Bereits in den vergangenen Tagen wurde die Bundesliga-Ordnung geändert. Spiele von Teams aus Corona-Risikogebieten wie Stuttgart können jederzeit ohne weitere Begründung abgesagt werden. Es bleibt also in jeder Hinsicht spannend.

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