Die „Initiative gegen Vollmachtmissbrauch“ – ein gemeinnütziger Verein – setzt sich für einen besseren Schutz vor dieser Betrugsform ein. Folgende Tipps gibt er Betroffenen.
Eine Frau aus Fellbach (Rems-Murr-Kreis) hat aus eigener Betroffenheit zu der „Initiative gegen Vollmachtmissbrauch“ gefunden und engagiert sich in dem Verein. Der Verein gibt auf seiner Homepage verschiedene Tipps, um die Masche des Erbschaftsbetrugs mithilfe von Vollmachten insbesondere bei älteren und schutzbedürftigen Menschen zu erkennen und darauf zu reagieren. Einige der Empfehlungen wurden auch bei der jüngsten Aktenzeichen-XY-ZDF-Sondersendung zum Thema Betrug gegeben. Folgende Maßnahmen können demnach Angehörigen und Freunden helfen, bei Vollmachtmissbrauch zu reagieren und Verdachtsfällen entgegenzuwirken.
Acht Tipps gegen Vollmachtmissbrauch
- Bleiben Sie in engem Kontakt mit dem Opfer. Regelmäßige Kommunikation ist entscheidend, um die Isolation zu durchbrechen und den Opfern beizustehen.
- Dringen Sie darauf, dass Entscheidungen klar und nachvollziehbar sind. Fordern Sie Informationen ein, um Missbrauch aufzudecken. Fragen sie nach.
- Wenn möglich, besuchen Sie das Opfer persönlich und oft und bringen Sie Freunde als Zeugen mit. Lassen Sie sich nicht so leicht abschrecken.
- Mobilisieren sie auch andere Freunde. Dies kann dazu beitragen, dass das Opfer sich sicherer fühlt und es zeigt dem Täter, dass sein Verhalten beobachtet wird.
- Falls Sie annehmen, dass das Opfer in seiner eigenen Umgebung überwacht wird, versuchen Sie, es an einen neutralen Ort zu bringen, an dem es frei sprechen kann.
- Fertigen Sie Notizen über Auffälligkeiten an. Notieren Sie Ort, Datum und Uhrzeit und dokumentieren Sie mit Fotos.
- Wenn Besuche nicht gestattet werden oder ständige Ausreden vorgebracht werden, um Besuche zu verhindern, sollten diese Auffälligkeiten dokumentiert und gemeldet werden.
- Wenn das Opfer telefonisch nicht erreichbar ist oder sich nicht frei äußern kann, sollten Sie dies als Hinweis auf Missbrauch betrachten und dies dokumentieren und mit einem Anwalt besprechen.
- Wenn Sie ernsthafte Verdachtsmomente auf Vollmachtmissbrauch haben, sollten Sie die zuständigen Behörden informieren.
Nach eigenen Angaben der Initiative, steht diese im engen Austausch mit dem Landeskriminalamt Berlin. Das LKA Berlin verfüge über eine spezialisierte Dienststelle, die sich mit der Bekämpfung von Vollmachtmissbrauch beschäftigt. Die Kripobeamten und -beamtinnen setzten dabei nicht nur auf Strafverfolgung, sondern insbesondere auch auf Prävention durch Aufklärung.
https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/vollmachtsmissbrauch/
Weitere Infos unter: www.vollmachtmissbrauch.de