Matteo Berrettini zeigt seinen Bauch bei seinem Erstrundensieg bei den Australien Open. Foto: dpa/Rick Rycroft

Top-Ten-Spieler Matteo Berrettini lässt bei den Australian Open seine Bauchmuskeln spielen. Er ist nicht der einzige. Nun zeigen auch die Tennisspieler wie ihre Kollegen in den Fußballstadien alle naslang ihre Sixpacks. Muss das sein?

Stuttgart - In diesen Tagen müssen viele Männer betrübt feststellen, dass sich nach Monaten im Lockdown unter ihrem Pullover etwas wölbt. Wenn dieselben Männer dann im Fernsehen einen Sportler wie Matteo Berrettini dabei beobachten, wie er schamlos während eines Tennisturniers in Australien das Trikot hochzieht, um der Welt seine definierten Muskelpakete zwischen Brustbein und Hüfte zu zeigen, dann ist das so niederschmetternd wie ein verlorener Tiebreak im fünften Satz.

Unruhige Kugel

Zeig immer, was du hast, selbst wenn’s den anderen in den Augen wehtut – diese Verhaltensregel gilt längst schon im Tennis, einst ein Sport für Gentlemen. So betrachtet hat Berrettini ja alles richtig gemacht. Der 25-jährige Italiener ist nicht nur ein erstklassiger Spieler, von dem bei den Australian Open noch einiges zu erwarten ist, sondern offenbart auch einen fatalen Hang zum Exhibitionismus. Das hat er sich von den präpotenten Fußballstars abgeschaut, bei denen diese Mode weitverbreitet ist. Die ganze Welt ist diesen Poseuren nur ein Spiegel. Mario Balotteli oder Cristiano Ronaldo ziehen blank, selbst wenn sie das Tor meterweit verfehlen. Und die anderen Männer? Schieben eine unruhige Kugel.

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