Was Passanten ärgert: Verschmutzungen in der Marktstraße durch Taubenkot. Foto:  

Die Gemeinderatsfraktionen Die Fraktion und die Grünen drängen in einem neuerlichen Antrag die Verwaltung, das Taubenprojekt umzusetzen, auch in Bad Cannstatt.

Bad Cannstatt - Das Thema Tauben beschäftigt die Sauerwasserstadt schon seit vielen Jahren. Immer wieder gab es Anläufe. Seit zwölf Jahren kümmert sich die Taubenbeauftragte Silvie Brucklacher-Gunzenhäußer mit einigen Ehrenamtlichen um dieses Thema. Sie hat das Stadttauben-Projekt ins Leben gerufen, welches vorsieht, dass die Tauben in Schlägen und Türmen beaufsichtigt und gefüttert werden und ihre Eier regelmäßig ausgetauscht werden. Nun hat die Fraktion aus Linken, SÖS, Piraten, Tierschutzpartei, Bündnis 90/Die Grünen-Gemeinderatsfraktion einen Antrag gestellt, dass das Taubenprojekt weitergeführt wird und der Doppelhaushalt 2020/21 vollzogen wird.

Die Antragssteller stellen fest, dass das Taubenprojekt der Stadt in Kooperation mit dem Tierschutzverein bereits positive Entwicklungen gebracht habe. So hätten in den letzten Jahren mehr als 40 000 Eier ausgetauscht werden können, die Taubenpopulation sei so tierschutzgerecht und nachhaltig verringert worden. Nun seien im Doppelhaushalt 2020/21 Finanzmittel in Höhe von 200 000 Euro pro Jahr für die Installation weiterer Taubeneinrichtungen beschlossen worden. Die Antragssteller wollen den Sachstand der Planungen und den Stand der Umsetzung weiterer Taubenhäuser wissen. In ihrem Antrag verweisen sie auf Medienberichte, in denen es bereits Vorschläge für Taubenschläge von der Taubenbeauftragten gab, auch in Bad Cannstatt.

Brucklacher-Gunzenhäußer erklärt auf Nachfrage, dass es im Laufe der Jahre ein Riesenprojekt geworden sei mit den Tauben. Es sei ein Pionierprojekt. Sie fordert, dass sich die Stadt damit näher befassen müsse. Bislang habe sie auch zu Bad Cannstatt keine weiteren Vorschläge der Stadt bekommen. „Wir brauchen mehr Taubenschläge und mehr Mitarbeiter“, sagt Brucklacher-Gunzenhäußer. Der Taubenturm am Seilerwasen sei hoffnungslos überfüllt. Sie könne sich durchaus daneben einen weiteren Taubenturm vorstellen. Auch wird im aktuellen Antrag von Standorten im Bereich des Parkhauses Mühlgrün sowie in der Marktstraße und am Rathaus gesprochen.

Die Taubenbeaufragte befürwortet auch neben dem Parkhaus Mühlgrün einen Taubenturm in Richtung Stadtteilbibliothek am Neckarufer. Mit einem höheren Betonsockel könne sie sich das gut vorstellen. Sie erinnert sich noch an hunderte von Tauben, die auf dem Dach der Stadtteilbibliothek saßen, als es das Taubenhaus auf dem Parkhaus Mühlgrün noch gab. Heute noch sind am Neckarufer verstärkt Tauben in Scharen zu finden, nicht nur an der Wilhelmsbrücke. Auch auf dem Radschnellweg am Neckar zeugen die Hinterlassenschaften der Tauben von ihren Aufenthaltsorten. Zuletzt hatten wir von starken Verunreinigungen durch Tauben in der Nähe des Kaufhofs berichtet. Dort waren Briefkästen der Post und auch Sitzbänke von Taubenkot verschmiert, durch Tauben, die sich dort in den Bäumen niedergelassen hatten. Auch in der Nähe der zahlreichen Bäckereien treten in der Marktstraße vermehrt Tauben auf.

Die Antragsteller fordern, dass die Stadt die konkreten Standortvorschläge prüft, einen zweiten Taubenturm beim Mühlgrün, in der Marktstraße und am Rathaus. Auch soll die Stadt mit den Planungen und der Errichtung der Taubenhäuser in Bad Cannstatt beginnen, wenn die vorgeschlagenen Standorte geeignet seien. Wenn nicht, soll die Verwaltung zeitnah mögliche Standorte vorstellen, auch in der Innenstadt.

Die Taubenbeauftragte würde es begrüßen, wenn weitere Standorte gefunden werden. Seit vielen Jahren macht sie auf das Problem aufmerksam, engagiert sich bei der Durchführung des Projekts und zeigt Möglichkeiten auf, es zu lösen.

Infos: www.stadttauben-stuttgart.de.

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