Ein finnischer Polizeibus versperrte nach dem Verbrechen die Ausfahrt der Viking-Fähre „Sally“ (Archivbild). Foto: dpa

Vor 34 Jahre wird ein Mann aus Stuttgart auf der „Viking Sally“ brutal getötet, eine Frau aus Esslingen schwer verletzt. Ein Ex-Pfadfinder steht vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft, jetzt ist das Urteil gefallen.

Helsinki - Der brutale Angriff auf ein deutsches Pärchen auf einer Ostsee-Fähre vor 34 Jahren bleibt ungelöst. Ein Gericht im finnischen Turku hat am Mittwoch einen Dänen freigesprochen, der angeklagt war, einen Mann getötet und seine Freundin schwer verletzt zu haben. Wie der finnische Rundfunk Yle am Mittwoch meldete, sah es das Gericht im finnischen Turku nicht als erwiesen an, dass der Däne hinter der Tat steckte. Er hatte in dem Verfahren stets seine Unschuld beteuert.

Das Paar aus Baden-Württemberg war im Juli 1987 mit der Ostsee-Fähre „Viking Sally“ auf dem Weg von der schwedischen Hauptstadt Stockholm nach Turku in Finnland gewesen. Die beiden Studenten hatten an Deck des Schiffes unter freiem Himmel geschlafen, als sie nachts brutal angegriffen wurden. Der damals 20 Jahre alte Mann starb, die 22-jährige Frau überlebte schwer verletzt.

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Lange hatte die Polizei keine Spur von dem Täter. Erst als sie 2016 neue Hinweise bekam, wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Der Däne soll bei einer Vernehmung durch die Polizei 2016 angedeutet haben, hinter dem Angriff gesteckt zu haben. Da er in dem Verhör nicht über seine Rechte aufgeklärt worden war und kein Anwalt zugegen war, erkannte das Gericht die Aussage jedoch nicht als Beweis an. 

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