Das Lockdown Medley aus dem wilden Süden sorgt im Netz für große Begeisterung. Foto: Screenshot

Wackere Helden aus dem Homeoffice hau’n hammerstark rein: Erst seit Mittwoch ist das „Lockdown-Medley“ von Stuttgarter Spaßmachern und Sängern im Netz – und geht bereits viral durch die Decke. So macht die Pandemie Spaß!

Stuttgart - Die Kabarettistin Tina Häussermann ist das „Lockdown Girl“, Entertainer Michael Gaedt schreit seine Wut aus dem Leib („I don’t like it, Lockdown All Over the World“), und Komiker Robert Louis Griesbach stimmt in ironischer Überspitzung die bekannt sentimentalen Capri-Klänge an: „Wenn bei Covid die Deutschlandkarte im Rot versinkt.“

Wenn nicht alles so schlimm wär’ – man könnt’ darüber lachen! Aber weil das Leben im Teil-Lockdown gerade für Künstlerinnen und Künstler ohne Auftritts- und Verdienstmöglichkeit so hart ist, macht eine Schar fröhlicher Homeoffice-Helden ihre Späße daraus. Bekannte Schlagerhits werden im „Lockdown Medley“ auf die neue Zeit umgedichtet und klingen, als hätten sie schon immer das Leben so entlarvend durchschaut. Das Quartett Reim Patrouille etwa hat aus „Moskau, Moskau“ von Dschingis Khan – Ha ha ha ha ha, hey! – einen Hymne auf den Starvirologen der Deutschen gemacht: „Drosten, Drosten, die Zahlen steigen immer noch, wir fallen in das Lockdown-Loch.“ Ho ho ho ho ho, hey!

Die Idee dazu hatte der Reimartist Helge Thun

Die Idee und die Texte zu diesem großartigen Bejubeln von kleinen Freuden in der Mega-Krise stammen von Reimartist Helge Thun. Seine Kollegen Johann Theisen und Jakob Nacken schrieben die Musik neu oder um. Eure Mütter, Roland Baisch, Herr Hämmerle, Patrizia Moresco, Dieter Thomas Kuhn, Mrjiam Woggon, Johann Theisen - die gesamte Rampensau-Nationalmannschaft des wilden Südens hat beim „Lockdown-Medley“ mitgemacht und noch einige mehr. Das Video, das schon wenige Stunden nach dem Youtube-Start abgeht wie Schmidts Katze, ist der stärkste Beweis, dass allein Jammern und Depressionen nicht helfen, um möglichst unbeschadet aus der Krise rauszukommen. Keine politische Botschaft bei einer Kundgebung könnte so wirkungsvoll sein wie dieses Medley, um auf die Situation von Künstlerinnen und Künstlern eindrucksvoll aufmerksam zu machen, um zu verstehen, warum das Land die Kultur und Kreativität braucht.

So ist das, Herr Böhmermann!

Mit dem richtigen Maß an Humor lässt sich alles – vor allem in dieser beschwingten Leichtigkeit via Internet vereint – umso schonender ertragen. Wer glaubt, Stuttgart sei die Stadt, über die man nach der OB-Wahl in erster Linie spotten sollte, wird überrascht sein: Stuttgart ist die Stadt der blitzgescheiten und feinsinnigen Spaßmacher. So ist das, Herr Böhmermann!

Die Kabarettistin und Schauspielerin Katalyn Hühnerfeld mag’s theatralisch. Sie singt ohne erkennbare Trauer: „Theater, Theater, der Vorhang bleibt zu“. Die Dichternation, Kunst und Kultur gehen dann halt unter. Der Parodist und Comedian Thomas Nicolai interpretiert den Alkohol-Hit von Herbert Grönemeyer neu: „Aerosol, Aerosol ist der Übeltäter und der Tod.“ Und die Combo von der Reim Patrouille erklärt schließlich, was hilft: „Bei Corona kauf ich Klopapier auf Vorrat, ohne Klopapier halt ich den Scheiß nicht aus.“

Da tanzen selbst die Viren vor Vergnügen! Sollen sie doch mit dem Klopapier mal tanzen – wir spülen sie dann für immer weg!

Wer das Medley der Reim Patrouille gut findet, kann beim Crowdfunding spenden, auf dass noch mehr davon kommt!

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