Der FDP-Landtagsabgeordnete Friedrich Haag, der die RAN-Tankstelle in Wangen betreibt, ist in die 17. Bundesversammlung gewählt worden. Die Mitglieder bestimmen am 13. Februar in Berlin den neuen Bundespräsidenten.
Wangen - Exakt 736 Mitglieder des Bundestages sowie die gleiche Anzahl an Delegierten werden am Sonntag, 13. Februar, in Berlin den neuen Bundespräsidenten wählen. Darunter sind auch zahlreiche Prominente wie Christian Streich, Trainer des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg, die Schauspielerinnen Sibel Kekilli („Game of Thrones“) und Astrid M. Fünderich („Soko Stuttgart“). Auch der Speerwerfer Johannes Vetter, die Schriftstellerin Gaby Hauptmann und die Tübinger Notärztin Lisa Federle, die sich in der Corona-Pandemie bundesweit einen Namen gemacht hat, werden bei der Wahl ihre Stimme abgeben.
Klares Bekenntnis zu Steinmeier
Sollte die Corona-Pandemie der Bundesversammlung vor Ort keinen Strich durch die Rechnung machen, wird auch Friedrich Haag nach Berlin reisen. Er ist Pächter der Ran-Tankstellen in Wangen und Weilimdorf, seit Mai 2021 vertritt er zudem als FDP-Landtagsabgeordneter den Wahlkreis Stuttgart II. Der 33-Jährige freut sich unter anderem darauf, den amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zu treffen. „Ich begrüße es sehr, dass er für eine zweite Amtszeit kandidiert.“ Und wohl auch wiedergewählt wird. Die Ampel-Parteien, die in der 17. Bundesversammlung die absolute Mehrheit stellen, haben sich klar zu Steinmeier bekannt. Die CDU und CSU unterstützen seine Wiederwahl ebenfalls. Und auch der Liberale Haag wird dem Sozialdemokraten seine Stimme geben.
VfB-Fan freut sich auf Stihl-Chef
Darüber hinaus fiebert Haag einem Treffen mit Hansi Flick entgegen. „Ich bin Fußballfan, da ist es schon etwas Besonderes, den Bundestrainer kennenzulernen.“ Auch Leon Goretzka – der Nationalspieler ist von der bayrischen CSU aufgrund seines gesellschaftliches Engagements nominiert worden – könnte er bei der Bundesversammlung über den Weg laufen. „Das reizt mich nicht so, er spielt beim FC Bayern, ich drücke aber dem VfB die Daumen“, sagt Haag, der zu den 94 Wahlfrauen und Wahlmännern zählt, die Baden-Württemberg über den Landtag stellt. „Da sind wirklich einige, sehr interessante Persönlichkeiten dabei“, sagt Haag. „Beispielsweise der Unternehmer Hans Peter Stihl, der von der FDP-Landtagsfraktion vorgeschlagen wurde und dessen Kettensägen in der ganzen Welt bekannt sind.“
Gespannt auf einen Astronauten
Unheimlich gespannt sei er auch auf den den in Künzelsau (Hohenlohekreis) geborenen Raumfahrer Alexander Gerst. „Man trifft nicht jeden Tag auf einen Astronauten“, sagt Haag, der betont, welch große Ehre es ist, in die Bundesversammlung 2022 gewählt worden zu sein. Generell werde er nicht als Politiker, sondern als Volksvertreter an die Wahlurne gehen. Er sei Landtagsabgeordneter, weil „man nicht nur darüber meckern darf, was in Stuttgart alles schief läuft, sondern sich auch für eine schöne Stadt einsetzen und Verantwortung übernehmen muss“.
Offenes Ohr für die Sorgen der Bürger
Mit der Politik ist der 33-Jährige schon als Kind in Verbindung gekommen. „Mein Großvater Friedrich, Jahrgang 1930, war 25 Jahre ebenfalls Landtagsabgeordneter für die Freien Demokraten. Unsere ganze Familie ist überzeugt von der liberalen Idee, von Freiheit, Eigenverantwortung und Rechtsstaatlichkeit.“ Schon von klein auf habe er im elterlichen Gärtnerbetrieb mitbekommen, mit unterschiedlichen Menschen über kleine und große Sorgen zu diskutieren und sich für eine Aufgabe zu engagieren. Auch an den Zapfsäulen habe er ein offenes Ohr für die Bürger. „Man kann auch im Politikalltag mit ihnen ins Gespräch kommen, aber an der Tankstelle geht das viel einfacher“, sagt Haag, der nur selten einen Achtstundentag hat. „Die Arbeit als Landtagsabgeordneter nimmt viel Zeit in Anspruch, das macht man nicht mal schnell zwischen der Tagesschau und dem Wetterbericht.“ Dennoch komme er ganz gut zurecht. „Vor und nach den politischen Terminen schaue ich eben in den Tankstellen vorbei. Ein gutes Team nimmt mir viel Arbeit ab, das läuft alles.“