Eine Frau entblößte in der Apotheke ihr Hinterteil, nutzte dann den Moment der Verblüffung, um die Tageseinnahmen zu stehlen. Foto: dpa/Friso Gentsch

Neue Betrugsmasche in Apotheken: Vermummte „Kundin“ zieht blank.

Untertürkheim - Eine neue, dreiste Betrugsmasche verblüffte nicht nur die Mitarbeiterinnen einer Untertürkheimer Apotheke, sondern auch die Ermittler: Eine Frau entblößte in der Apotheke ihr Hinterteil, nutzte dann den Moment der Verblüffung, um die Tageseinnahmen zu stehlen. Eine total verschleierte Frau mit Gesichtsschutzmaske und Brille betrat am Freitag gegen 18.25 Uhr – kurz vor Ladenschluss – eine Untertürkheimer Apotheke. In gebrochenem Deutsch erklärte sie, dass sie Schmerzen im Gesäß hätte. Sie wollte der Mitarbeiterin ihr Hinterteil zeigen. Nachdem diese ihr erklärte, dass dies nicht ginge, lief die Vermummte an der Mitarbeiterin vorbei hinter den Kassenbereich und ließ dort – der gesamte Vorgang ist auf der Videoaufzeichnung zu sehen – ihre Hose herunter. Die verdutzte Mitarbeiterin versuchte, der vermeintlichen Kundin klar zu machen, dass sie sich wieder anziehen und den Mitarbeiterbereich verlassen solle. Die Vermummte verwickelte die Mitarbeiterin und auch deren Kollegin in eine Diskussion und nutzte die entstehende Verblüffung offensichtlich, um die Tageseinnahmen, die im hinteren Mitarbeiterbereich bereits abgezählt in zwei Geldtaschen lagen, an sich zu nehmen. Es war ein vierstelliger Betrag. Auf der Videoaufnahme ist zu erkennen, dass die Frau, nach etlichen Diskussionen mit einem weißen Blatt Papier in der Hand die Apotheke wieder verließ. „Unter dem Papier, das sie nicht in der Hand hielt, als sie die Apotheke betrat, hat sie vermutlich die beiden Geldtaschen versteckt“, sagt die Besitzerin der Apotheke.

Erst nachdem die Mitarbeiterinnen die Frau aus der Apotheke bugsiert hatten, bemerkten sie, dass die beiden Geldtaschen verschwunden waren. Die Vermummte war bereits verschwunden, auch die sofort alarmierte Polizei konnte sie nicht finden. Ein Inhaber eines benachbarten Fachgeschäftes hatte die Frau lange Zeit vor dem Trickbetrug in der Nähe der Apotheke wahrgenommen. Offensichtlich hatte sie – die vermutlich die Verschleierung nicht aus religiösen Gründen, sondern zur Tarnung trug – die Apotheke ausgespäht und den günstigsten Zeitpunkt für ihre Überrumpelungstat mit dem blanken Po abgepasst. „Erst wenige Minuten zuvor war unsere dritte Mitarbeiterin in Feierabend gegangen“, so die Ladenbesitzerin.

Der Untertürkheimer Trickbetrug ist im Übrigen kein Einzelfall. In Nordrhein-Westfalen hat eine Frau mit der gleichen „Hose-runter-Masche“ ebenfalls etliche Apotheken um Geld betrogen.

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