Kaum ist die Freibadsaison im Untertürkheimer Inselbad zu Ende gegangen, rücken auch schon die Baufahrzeuge an. Foto: Elke Hauptmann

Die Freibadsaison im Inselbad ist am Sonntagabend zu Ende gegangen. In drei Monaten wurden – pandemiebedingt – nur 80 000 Besucher gezählt. Jetzt beginnen die Umbauarbeiten.

Untertürkheim - Am Sonntagabend war Schluss, die Freibadsaison 2020 im Untertürkheimer Inselbad ging zu Ende. Eine Verlängerung selbst bei schönstem Wetter sei leider nicht möglich, räumt Jens Böhm, der Sprecher der Bäderbetriebe Stuttgart (BBS), ein: „Wir benötigen das Personal für die Inbetriebnahme der Stuttgarter Hallenbäder.“ Zudem müsse das Freibad winterfest gemacht werden. Und nicht zuletzt sollen noch in diesem Monat die Bauarbeiten für den neuen Gastronomiebereich beginnen.

Nur 1050 Badegäste pro Schicht

Zwischen dem 15. Juni und dem 13. September sind rund 80 000 Besucher ins Inselbad gekommen und damit trotz guten Sommerwetters nur halb so viele wie in den Vorjahren. Grund dafür waren die Pandemiebedingungen: Zugang erhielt nur, wer sich vorab online ein Ticket besorgte. Die Nachfrage war laut dem BBS-Sprecher groß: „Die Zeitfenster im Inselbad waren sehr häufig ausgebucht.“ Besonders an heißen Tagen hätte man deutlich mehr Eintrittskarten verkaufen können als im Angebot waren. Zwei „Schichten“ – eine am Vormittag und eine am Nachmittag – wurden angeboten, pro Zeitfenster durften sich lediglich 1050 Gäste gleichzeitig im Bad befinden. Ein Bruchteil dessen, was sonst üblich ist. „An Spitzentagen hatten wir in der Vergangenheit weit über 10 000 Badegäste pro Tag im Inselbad“, berichtet Jens Böhm. Dennoch zeigt man sich bei den Bäderbetrieben zufrieden mit der etwas anders verlaufenen Freibadsaison. „Es ging in diesem Jahr nicht um Besucherrekorde, sondern darum, dass wir im Inselbad ein Schwimmangebot machen konnten. Dies ist uns geglückt“, blickt Jens Böhm zurück. „Es ging sehr friedlich und geordnet zu. Die meisten Badegäste hatten Verständnis für die Einschränkungen und waren einfach nur glücklich, dass der Freibadbesuch überhaupt möglich war.“

Traglufthalle wird wieder aufgebaut

Für die Bäderbetriebe waren die Sommermonate ein echter Kraftakt. „Die Corona-Auflagen waren so personalintensiv, dass wir in jedem Freibad deutlich mehr Beschäftigte im Einsatz hatten“, berichtet Jens Böhm. „Zudem fehlten uns aufgrund der Corona-Krise Saisonkräfte.“ Um den Badebetrieb unter Pandemiebedingungen durchführen zu können, sei fast die komplette BBS-Belegschaft im Einsatz gewesen.

Wer nun glaubt, jetzt wird es wieder ruhig auf der Untertürkheimer Neckarinsel, der irrt. „Im Inselbad muss, nachdem es winterfest gemacht wurde, pünktlich der Aufbau der Traglufthalle beginnen“, sagt Jens Böhm. Das 16 Tonnen schwere Winterdach muss in mehrwöchiger Handarbeit über das 50-Meter-Wettkampfbecken und die Zuschauertribüne gezogen werden. Der Zeitplan dafür ist eng: Am 17. Oktober soll der Schwimmbetrieb für Schulen und Vereine im beheizten Großzelt starten. Zwei Jahre noch muss die aufblasbare Konstruktion durchhalten, dann soll das fast 30 Jahre währende Provisorium endlich sein Ende finden. „Mit der Fertigstellung des Sportbads im Neckarpark im Frühjahr 2022 wird der Traglufthallenbetrieb im Inselbad eingestellt“, kündigt Jens Böhm an. Die Anschaffung einer neuen Traglufthalle sei nicht vorgesehen.

Fertigstellung zur Freibadsaison 2021

Das Ende der Freibadsaison ist zugleich Auftakt zu Umbauarbeiten im Inselbad. Noch im September soll das in die Jahre gekommene Gastronomiegebäude beim Eingang abgerissen werden. Der Flachbau ist „in einem allgemein sehr schlechten Bauzustand“. Rund 2,2 Millionen Euro investieren die Bäderbetriebe in einen Neubau in Holzständerbauweise. Davor wird sich wieder ein großer, teilweise überdachter Aufenthaltsbereich mit Tischen und Stühlen für 150 Personen befinden, die Terrasse wird erweitert. Die einzelnen Bauleistungen wurden längst öffentlich ausgeschrieben. Der Neubau soll bereits im Frühjahr 2021 fertiggestellt sein – rechtzeitig zur nächsten Freibadsaison. Die Bauarbeiten werden laut Jens Böhm keinen Auswirkungen auf das eigentliche Freibadareal haben, das Wasser im großen Familienbecken muss dafür nicht extra abgelassen werden.

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