Auto an Auto auf der Kappelbergstraße: Die Hauptverbindung zwischen Untertürkheim und Fellbach ist viel befahren. Foto: Mathias Kuhn

Seit Jahren kämpfen die Anwohner – teilweise mit Unterschriftensammlungen und Protestbriefen – für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der abschüssigen Strecke.

Untertürkheim - Die Anwohner in der Kappelbergstraße sind es langsam leid, vertröstet zu werden. Sie wohnen an der wichtigen und viel befahrenen Verbindungsstraße von Untertürkheim nach Fellbach. In den Hauptverkehrszeiten sind sie Staus gewohnt. „Die Raserei an den Wochenenden und in der Nacht ist jedoch unerträglich. Sie sollten mal am Sonntag bei uns sein, dann hören Sie, wie Autofahrer hier rauf und runter rasen“, sagen Frank und Susanne Eiting. Seit Jahren kämpfen die Anwohner – teilweise mit Unterschriftensammlungen und Protestbriefen – für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der abschüssigen Strecke. Auch der Bezirksbeirat hat sich mehrfach dieser Problematik angenommen. Nach einem Unfall an der Fußgängerampel auf Höhe der katholischen Kirche flammte die Diskussion vor Jahren wieder auf. Bislang hat die Stadt aber nicht reagiert. Das letzte Zeichen, das Frank Eiting erhalten hat, stammt aus dem Dezember 2017.

Auf seinen Brief an die Landeshauptstadt hat Stadtplaner Andreas Hemmerich geantwortet. „Für den Stadtbezirk Untertürkheim soll in 2018 ein neuer Verkehrsstrukturplan aufgestellt werden. Dabei soll auch der zukünftige Umgang mit dem Straßenzug Großglocknerstraße/Strümpfelbacher Staße – Kappelbergstraße – Fellbacher Straße untersucht werden“, bat er die Anwohner um Geduld, schränkte deren Hoffnungen aber ein: Einerseits werde der Straßenzug allein aufgrund seiner Sammelfunktion für Untertürkheim und Luginsland, sowie als Achse für die Buslinien 60 und 61 auch zukünftig die Funktion einer Hauptverkehrsstraße innehaben. Das bedeute, die Einführung einer Tempo-30-Zone scheidet aus. Andererseits werde geprüft, ob durch die Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 oder 40 der überörtliche Verkehr verstärkt auf die B 14 und auf die Dietbachstraße gelenkt, die Verkehrssicherheit verbessert und die Luft- und Lärmbelastung vermindert werden könne. „Und was ist seitdem passiert?“, will Eiting von Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel wissen. Der Verkehrsstrukturplan für den Stadtbezirk sei noch immer in Arbeit. Da sich die Gremien nicht nur um die Kappelbergstraße, sondern auch um die Verkehrs- und Parkplatzsituation im Ortskern und primär um den Bahnhofsbereich kümmern würden, nehme dies viel Zeit in Anspruch. Die Stadt hat zwar auf vielen Straßen Tempo 40 eingeführt, diese Regelung gelte allerdings nur im Innenstadtbereich. „Die Außenstadtbezirke haben bei der Regelung einen schweren Stand“, bedauert Wenzel. Die Straßenverkehrsordnung gebe bislang Tempo 50 auf der Hauptverkehrsstraße vor. Der Bezirksbeirat und die Experten der Stadt werden aber weiter nach Maßnahmen zur Beruhigung auf der Kappelbergstraße suchen. „Vielleicht macht es Sinn, dort einen stationären Blitzer aufzustellen, um die nächtlichen Raser zu bremsen“, meint Wenzel auch im Hinblick auf den zusätzlichen Verkehr, der bald durch die Baustelle am Karl-Benz-Platz über die Kappelbergstraße umgeleitet wird.

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