Die Firma Kälte Fischer hat ihren bisherigen Hauptsitz in der Augsburger Straße jetzt aufgegeben. Foto: Elke Hauptmann

Firma Kälte-Fischer ist mit 110 Mitarbeitern in den Neubau nach Rommelshausen umgezogen. Die Gebäude in der Augsburger Straße in Untertürkheim werden in der kommenden Woche an den neuen Eigentümer übergeben.

Untertürkheim - Ü ber das vergangene Wochenende ist die Belegschaft der Christof Fischer GmbH, bekannt als Kälte-Fischer, von Untertürkheim ins rund sieben Kilometer entfernte Kernen-Rommelshausen gezogen, wo in Bahnhofsnähe für rund 30 Millionen Euro eine neue Firmenzentrale entstanden ist. Am Montag haben dort die 110 Mitarbeiter ihre Arbeit in der Verwaltung und Produktion aufgenommen. Im bisherigen Domizil in der Augsburger Straße seien aktuell nur noch ein kleines Umzugsteam und das beauftragte Umzugsunternehmen tätig, „die restliches Material aus der Fertigung entfernen und das Gebäude in einen übergabefähigen Zustand bringen“, berichtet Geschäftsführer Veit Scholl.

Im dritten Stock des markanten Neubaus an der Waiblinger Straße 111 befindet sich das Büro des Kälte-Fischer-Chefs. Durch die gläserne Fassade bietet sich ihm ein Panoramablick ins Remstal. In die große Freude über diesen wunderbaren Arbeitsplatz hätten sich jedoch auch „eine Prise Wehmut und sentimentale Erinnerungen“ gemischt, räumt er ein. „Seit 1977 war die Augsburger Straße Heimat für unsere Firma und die Belegschaft. Sie hat drei Generationen erlebt, ist mit uns gewachsen, hat sich mit uns gewandelt und hat letztlich eben jenes Wachstum und jenen Erfolg ermöglicht, der nunmehr gleichermaßen Ursache wie Grundlage für die Erschaffung unserer neuen Basis in Kernen sind“, so Veit Scholl.

Gebäude besenrein übergeben

Stuttgart verliert einen guten Steuerzahler: Zehn Ni ederlassungen mit insgesamt rund 350 Mitarbeitern in Deutschland hat das vor gut 95 Jahren in Bad Cannstatt gegründete Unternehmen, das auf Kälte- und Klimatechnik spezialisiert ist. Hinzu kommen Standorte in der Schweiz und in Dänemark. Der Jahresumsatz beträgt rund 130 Millionen Euro. In Kernen-Rommelshausen wurde ein Neubau mit rund 4000 Quadratmetern Büro- und 7500 Quadratmeter Produktionsfläche errichtet. Ursprünglich hätte der Umzug schon im Juli stattfinden sollen, doch die Corona-Krise hatte die Pläne durchkreuzt.

Wie Veit Scholl berichtet, sind die Gebäude in Unt ertürkheim „bis auf fest eingebaute Bauteile wie Schrankwände, Schreinermöbel, Beleuchtung und bestimmte technische Einrichtungen“ leer. Sie müssten „bis zur besenreinen Übergabe noch von Restmüll befreit werden“. In der kommenden Woche solle die Übergabe des rund 5000 Quadratmeter großen Grundstücks in der Augsburger Straße 289 bis 291 an den neuen Eigentümer erfolgen.

Städtebauliche Neuordnung

2018 war das Areal an einem Privatinvestor verkauft worden, der dort Wohnungen bauen wollte. Die Stadt Stuttgart hatte damals auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet. Nachdem die Untertürkheimer jedoch massiv forderten, dieses Filetstück vielseitiger zu nutzen, kündigte die Verwaltung Ende vergangenen Jahres an, das Gelände doch erwerben zu wollen und dort das dringend notwendige neue Feuerwehrhaus, eine Kindertageseinrichtung mit sechs Gruppen, vielleicht auch Wohnungen und Gewerberäume zu errichten. Der Verkaufsvertrag ist Ende Juli dann notariell beurkundet worden.

Bis es zur städtebaulichen Neuordnung des Areals kommt, wird jedoch einige Zeit vergehen. Noch ist offen, wann die Bestandsgebäude abgerissen werden – die Stadt plant eine Zwischennutzung, zum Beispiel die Vermietung an Start-ups. Denn es sind planerische Vorbereitungen nötig: Was an Stelle der Bestandsbauten konkret entstehen könnte, soll eine Machbarkeitsstudie aufzeigen. Diese wird Grundlage sein für die erforderliche Änderung des gültigen Bebauungsplans. Die Stadt rechnet mit einer Verfahrensdauer von drei Jahren. „Wir hoffen sehr, dass die Stadt Stuttgart bei der Entwicklung und Bebauung der Liegenschaft eine glückliche Hand hat und hoffentlich spürbaren Mehrwert für Stadt und Bürger erzeugen wird“, sagt Veit Scholl zum Abschied.

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