Foto: Leif Piechowski

Die 603 Spiel- und Bolzplätze wie auch die fünf Waldspielplätze in Stuttgart sind ab sofort geschlossen.

Stuttgart - Die 603 Spiel- und Bolzplätze wie auch die fünf Waldspielplätze in Stuttgart sind ab sofort geschlossen. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt bringt aktuell an allen Spiel- und Bolzplätzen Schilder an, die auf das Betretungsverbot aufmerksam machen. Die Polizei wird die Einhaltung kontrollieren. Die Stadt setzt damit die „Verordnung der Landesregierung über Infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus“ um.

Der Technische Bürgermeister Dirk Thürnau erklärte gestern: „Es ist ein harter Schnitt für alle Eltern und Kinder, gerade jetzt wo Kindergärten und Schulen geschlossen sind. Dennoch gilt, dass soziale Kontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren sind. Überall wo sich Menschen treffen, können Viren übertragen werden. Deswegen sind ab sofort unsere Spiel- und Bolzplätze geschlossen.“

Die Kinderbeauftragte der Stadt Stuttgart, Maria Haller-Kindler, appelliert an die Kinder: „Es ist wirklich hart für euch, dass ihr die Spielplätze in nächster Zeit nicht mehr besuchen dürft, jetzt wo das Wetter so schön ist. So könnt ihr aber mithelfen, dass sich das Virus nicht so schnell ausbreitet und vor allem alte Menschen, wie eure Großeltern nicht ernsthaft krank werden.“ Sie kündigte Ideen für Bewegungsspiele an. „Wir werden auf der Corona-Website Tipps veröffentlichen. Nachbarn und Mitbewohner bitte ich um Verständnis für Familien und Kinder, die in den nächsten Wochen viel Zeit in ihren Wohnungen verbringen werden. Seien Sie bitte nachsichtig, wenn es mal etwas lebhafter wird als sonst.“

Noch am Dienstag- und am Mittwochvormittag waren viele Spielplätze rege von Familien besucht worden, obwohl die Landesregierung die Verordnung bereits erlassen hatte. Allerdings fehlten an den Spielplätzen entsprechende Verbotshinweise. Freundliche Hinweise auf die Maßnahme seien eher brüsk zurückgewiesen worden, moniert eine Untertürkheimerin die Ignoranz mancher Mitmenschen.

In den sozialen Medien wird die Regelung kontrovers diskutiert. Während einige sie für völlig überzogen halten, finden sie andere durchaus gerechtfertigt: Es gehe darum, Sozialkontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Kinder gelten als starke Verbreiter der Viren.

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