Eingepfercht in Käfigen sollten die Tiere von der Slowakei nach Spanien gebracht werden. Für den Transport waren sie jedoch zu jung. Foto: sollten die Tiere von Slowenien - Tierheim Stuttgart

Am Dienstagabend hat die Polizei am Autobahnkreuz Stuttgart einen Transporter mit einer tierischen Fracht gestoppt. Mehr als 100 Hunde- und Katzenbabys fanden die Beamten im Laderaum des Lieferwagens, der von Slowenien nach Spanien unterwegs war. Weil die Tiere zu jung für solch eine Reise waren, endete die Fahrt jedoch im Tierheim Stuttgart.

Stuttgart Die Beamten des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, die für alle Autobahnen rund um die Landeshauptstadt zuständig sind, staunten nicht schlecht, als sie am Dienstagabend am Kreuz Stuttgart einen Lieferwagen kontrollierten. Der Laderaum war bis zur Decke mit Drahtkäfigen gefüllt, darin befanden sich mehr als 100 Hunde- und Katzenbabys verschiedenster Rassen. Sie sollten offenbar von der Slowakei nach Spanien gebracht werden.

EU-Impfpässe konnten der 22-jährige Fahrer und sein gleichaltriger Beifahrer für die Tiere vorweisen, ein hinzugezogener Mitarbeiter der Polizeihundeführerstaffel untersagte ihnen dennoch die Weiterfahrt. Es bestand der Verdacht, dass die eingetragenen Altersangaben nicht stimmen würden. Zunächst wurde der Lieferwagen daher mit einer Polizeieskorte zum Veterinäramt gebracht. Dort stellte ein städtischer Tierarzt fest, dass die Welpen viel zu jung für solch einen Transport sind. Statt nach Spanien ging es deshalb direkt ins Tierheim Stuttgart in Botnang. Dort wurde die Leiterin Marion Wünn, welche auf dem Gelände wohnt, aus dem Schlaf geklingelt. Vier weitere Mitarbeiter wurden wenig später von ihr zur Versorgung der Welpen angefordert. „Es handelt sich um 21 Katzenbabys im Alter von fünf bis sieben Wochen“, sagt Wünn. Außerdem wurden 93 Hundewelpen gerettet, die zwischen vier Wochen und fünf Monaten alt sind. „Alle Tiere sind in einem schlechten Gesundheitszustand: Sie haben Durchfall, verklebte Augen, zum Teil sind sie unterernährt und stark traumatisiert.“

Wünn vermutet, dass die Welpen in Spanien zu Geld gemacht werden sollten. „Das sind skrupellose Händler, denen es nur um den schnell verdienten Euro geht.“ Sie hofft, dass die Behörden die Tiere nicht zum Rücktransport in die Slowakei freigegeben müssen. „Einige würden die Strapazen der Überführung in ihr Herkunftsland nicht überleben.

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