Die Initiatoren Johanna Nocke und Fabian Stuhlinger Foto: Wandel.Handel (z)

Initiative „Wandel.Handel“ will im Stadtbezirk Laden eröffnen. Mitstreiter und Räume gesucht.

Stuttgart-Ost - Sobald sich 100 Mitglieder gefunden haben, kann die gemeinsame Reise losgehen“, sagen Johanna Nocke und Fabian Stuhlinger, die gerade im Stuttgarter Osten für die Initiative „Wandel.Handel“ die Werbetrommel rühren. Ziel sei es, einen Laden zu eröffnen, in dem man „regional einkaufen, mitbestimmen und solidarisch wirtschaften“ könne. 30 Personen haben sich ihr bereits angeschlossen.

Das Konzept soll gleich mehrere Dinge verknüpfen: „Einen Unverpackt-Laden, in dem man als Mitglied günstig Lebensmittel und Drogerieartikel in Bio-Qualität erhält“, sagt Fabian Stuhlinger. Im Mittelpunkt sollen biologischer Anbau, faire (Arbeits-)bedingungen, möglichst regionale Produkte und ein solidarisches Miteinander stehen – das ganze transparent in jeder Hinsicht. „Unsere Türen stehen aber allen offen. Nicht-Mitglieder kaufen Waren zu normalen Bioladenpreisen ein, Mitglieder deutlich günstiger.“ Dadurch würden sich auch einkommensschwache Menschen diese leisten können.

Darüber hinaus schwebt den beiden Initiatoren vor, eine Bildungsplattform zu schaffen, die Wissen vermittelt. „Ein kleines Café oder einen Treffpunkt, der den Austausch untereinander fördert.“ Es solle ein Ort sein, an dem ein nachhaltiger Lebensstil unkompliziert zugänglich und erfahrbar gemacht wird. Der Grafikdesigner ist überzeugt, dass die Idee, die die Initiatoren schon seit Jahren leben, den Zahn der Zeit treffe. „Unverpackt und solidarisch einzukaufen, haben wir schon längst in unseren Alltag integriert. Wir wollen Vorbild sein und Verantwortung übernehmen“, sagen die Beiden auch mit Blick auf die Zukunft ihrer Kinder. „Viele suchen nach alternativen Einkaufsmöglichkeiten, wollen Umweltbilanz sowie Transportwege der Produkte kennen.“

Viele Mitstreiter

Bestes Beispiel sei das vorhandene Interesse an der Initiative: Mittlerweile haben sich zahlreiche Mitstreiter gefunden, die das Geschäft mit auf die Beine stellen wollen. Sie würden dabei eine zentrale Rolle spielen, betont Johanna Nocke. „Ihnen gehört der Laden. Wichtige Entscheidungen werden gemeinsam gefällt. Die Produzenten, bei denen eingekauft wird, die Preisgestaltung, die Auswahl des Sortiments und so weiter.

Alles kann von den Mitgliedern beeinflusst und mitbestimmt werden. Die Mitgliedsbeiträge würden der Initiative finanzielle Planungssicherheit geben. „Sie sind für uns ein verlässliches Einkommen, das den Großteil der Fixkosten wie Miete und Lohn deckt. Der Laden handelt selbstbestimmt und umsatzunabhängig“, so Stuhlinger. Ein Haken hat die Sache derzeit noch: der Laden selbst. „Wir haben noch keine passenden Räume gefunden. Es steht zwar einiges leer, leider wird davon vieles in Wohnraum umgewandelt oder die Besitzer haben noch nicht auf unsere Anfragen geantwortet. Bisher favorisieren wir die Lage rund um den Ostendplatz, sind aber auch dabei, unsere Fühler in Richtung Gablenberg auszustrecken.“

Umsatzunabhängiges Handeln

Gesucht werde eine Fläche von rund 60 bis 100 Quadratmetern. „Das kommt aber auch sehr darauf an, wie bald wir etwas finden und wie viele Leute bis dahin dann mitmachen möchten. Preislich wäre es toll, irgendetwas um die 1000 Euro zu finden, aber mal sehen, ob das möglich ist.“ Denkbar sei auch, vorübergehend in kleinere Räume einzuziehen, um einfach schon einmal anfangen zu können. Um den Start zu vereinfachen, seien auch Kooperationen in Planung. Die Initiatoren von Wandel.Handel stehen mit dem Verein Plattsalat in Verhandlungen, um sich deren, über die Jahre gewachsene Organisationsform anzuschließen. „Wir müssen das Rad ja nicht neu erfinden“, bemerkt Stuhlinger. „Das wichtigste momentan ist es, Menschen zu finden, die genauso überzeugt sind, dass eine andere Welt möglich ist“, ergänzt Johanna Nocke.

Kooperationen denkbar

Wer ein passendes Ladengeschäft kennt, neugierig ist oder sofort mitmachen möchte, findet weitere Informationen unter www.wandel-handel.de. Regelmäßig wird zudem in einem Newsletter über neueste Entwicklungen berichtet. Außerdem finden auch Treffen – zurzeit allerdings nur online – statt. Die Initiatoren sind per E-Mail unter mitmachen@wandel-handel.de erreichbar.

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