Jetzt stehen die drei Internetzugänge Foto: Rehberger

Die Stadtteilbibliothek in der Moselstraße wurde umgestaltet und hat ab kommender Woche erweiterte Öffnungszeiten, dienstags bis 19 Uhr und jetzt auch samstags von 10 bis 13 Uhr.

Münster - Es sei eine Punktlandung gewesen, beschreibt Karin Franz. Innerhalb von zwei Monaten wurde die Stadtteilbibliothek Münster umgestaltet und stand zum 1. September den Besucherinnen und Besuchern wieder zur Verfügung. „Das war schon sportlich“, so die Bibliotheksleiterin. Da sei auch innerhalb der Verwaltung gut zusammengearbeitet worden. Am 13. März hieß es erst einmal „nichts geht mehr“. Corona sorgte für die Schließung der Einrichtung in der Moselstraße. Damit die Leseratten in Münster jedoch nicht darben mussten, wurde ab Ende April ein Medienabholservice angeboten, bei dem vorbestellte Medien am Fenster der Bibliothek ausgegeben wurden. „Das fand großen Zuspruch“, freut sich Franz über die gute Resonanz. „Wir haben eine treue Leserschaft.“ Dieser sollte daher auch ein guter Service geboten werden.

Für Karin Franz, die nach 20 Jahren wieder in ihren erlernten Beruf zurückgekehrt ist, stellte dies gleich eine Herausforderung dar. „Pünktlich zu meinem Einjährigen kam Corona.“ Franz hatte die Einrichtung nach dem Abschied vom langjährigen Leiter Tom Ahlers im vergangenen Jahr übernommen und sich gerade eingearbeitet. „Tom Ahlers hat mir die Freiräume gelassen, um wieder reinzukommen. Das war unglaublich toll.“ Rockfan Ahlers hat den Bestand der Musikmedien entsprechend erweitert und den Schwerpunkt auf Krimis und Thriller gelegt, den Karin Franz jetzt weiter ausbaut.

Ausleihprozedere verbessert

Die Veränderungen stechen den Besuchern nicht sofort ins Auge. „Das ist durchaus gewollt. Es soll eine organische Ergänzung sein.“ Geändert wurde die Raumaufteilung. Es gibt einen neuen Auskunfts- und Beratungsplatz. Geräte wie das Ausleihterminal und der Online-Katalog stehen an den Fenstersäulen in direkter Verbindung zu den Medien. „Die Geräte stehen jetzt in einer Linie. Das verbessert das Ausleihprozedere.“ Der bisherige Arbeitsbereich hinter der Rückgabetheke wird für Medien- und Informationsdienste genutzt.

Zusammengeführt wurden die drei PC-Plätze mit Zugang zum Internet. Diese stehen jetzt nebeneinander. Aufgrund der Coronabestimmungen ist derzeit nur einer nutzbar, und auch nur für kurze Recherche. Auch das Lesecafé gibt es derzeit noch nicht. Die Pandemie hat auch dafür gesorgt, dass sich nur zwölf Personen gleichzeitig in der Bibliothek aufhalten können. Vor dem Zugang können fünf Personen warten. Alle müssen die Kontaktdaten hinterlassen, auch wer nur seine Bücher zurückgibt.

Auch samstags geöffnet

Ab kommender Woche gelten dann die erweiterten Öffnungszeiten: dienstags von 11 bis 13 Uhr und von 14 bis 19 Uhr, mittwochs und donnerstags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr. „Wir freuen uns besonders, dass wir nun auch eine Öffnung am Samstag und eine Abendschiene am Dienstag anbieten können“, so Franz. Das sind drei Stunden mehr als bislang. Die erste Samstagsöffnung ist am 19. September. Auch in den Schließzeiten passiere viel. Es gibt Programme für Kitas, Lesehilfen und -förderung. Unterstützung erhalten auch Schulklassen, etwa in Medienerziehung. „Das war noch vor Corona.“ Jetzt werden zum Schulbeginn Aktionspakete geschnürt.

Möglich wurden die erweiterten Öffnungszeiten durch eine personelle Aufstockung. „Ab Oktober sind wir dann vollzählig.“ Zusätzlich zur Vollzeitstelle der Leiterin gibt es eine weitere 100-Prozentstelle, die sich zwei Kolleginnen teilen. Dazu kommt eine Minijobberin, die an den Samstagen unterstützt. Die Erweiterung sei gewünscht worden. „Die Bezirksvorsteherin Renate Polinski hat sich für uns starkgemacht.“ Nun müsse geschaut werden, wie die neunen Öffnungszeiten angenommen werden. Gegebenenfalls müsse nachjustiert werden.

Persönlicher Kontakt

Jetzt sind alle froh, dass die Bibliothek wieder offen ist – Beschäftigte wie Kunden. „Der direkte Kontakt hat uns schon gefehlt“, gibt Franz zu. Denn dies sei auch das Besondere an Münster. Der Kontakt sei sehr persönlich.

Und was sagen die Nutzer? „Sie haben das ganz toll vom Fenster aus gemacht“, lobt Vera Knauß die Überbrückungszeit. Jetzt könne man aber endlich wieder miteinander reden. Sie nutzt die Bibliothek seit fast 30 Jahren. „Jetzt bin ich in Rente und habe noch mehr Zeit zum Lesen.“ Brigitte Heppeler hingegen zählt zu den Neukunden in Münster. Sie ist zum zweiten Mal in der Moselstraße 25. „Wir sind vor zwei Wochen hergezogen.“ Heute besucht sie mit der Enkelin die Bibliothek. „Ich bin eine alte Büchereigängerin“, gibt sie zu, „und lese sehr viel“. In der Bibliothek gefällt ihr die großzügige Gestaltung. „Man hat viel Platz.“ Seit vier Jahren wohnt Eleonore Weiß in Münster und kommt auch regelmäßig in die Bibliothek. „Ich gehe aber auch in die Stadtbibliothek am Mailänder Platz.“ Die erweiterten Öffnungszeiten findet sie sehr gut. „Vor allem, dass jetzt auch samstags auf ist.“ Eleonore Weiß nutzt auch die Veranstaltungen, die von der Stadtbibliothek angeboten werden, wie die Hörzeit. Die nächste, die inzwischen 46., findet an einem Mittwoch statt und nicht, wie bislang, montags. Aufgrund der Hygieneverordnung ist die Veranstaltung am 23. September um 17 Uhr auch im Bürgersaal. Der Eintritt ist frei, eine Reservierung aber Pflicht. Maximal 39 Personen haben Platz. Zu Gast ist die Schauspielerin Elke Twiesselmann.

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