Foto: /Edgar Rehberger

Die Baseballanlage des TV Cannstatt auf dem Schnarrenberg ist nicht bundesligatauglich. Gespielt werden darf nur mit Ausnahmegenehmigung. Jetzt soll ein neues Stadion gebaut werden.

Münster - Im dritten Anlauf hat es doch noch geklappt, konnte der TV Cannstatt, vertreten durch den Vorsitzenden Roland Schmid und Geschäftsführer Benjamin Löwinger, sein Vorhaben dem Bezirksbeirat Münster vorstellen. Der Verein trägt zwar Cannstatt im Namen, liegt mit seinem Gelände am Schnarrenberg aber auf Münster Gemarkung – und ist damit der einzige Bundesligist in Stuttgarts kleinstem Stadtbezirk. Und um die Stuttgart Reds, die Baseball-Abteilung des TVC, geht es.

Es sollen ein neues Stadion und eine Sporthalle gebaut werden. Schmid erinnerte an die 2010 erfolgreich durchgeführte Baseball-Europameisterschaft auf dem Vereinsgelände und an den Aufstieg in die Bundesliga ein Jahr später. „Inzwischen ist die Baseballanlage aber für die Bundesliga untauglich“, so Schmid, die Heimspiele der Reds dürfen nur aufgrund einer Ausnahmegenehmigung ausgetragen werden.

Viergeschossige Sporthalle

Ein neues Stadion und eine Sporthalle sollen dem Abhilfe schaffen. Dabei geht es um ein Bauvorhaben von sechs bis sieben Millionen Euro, so Schmid. Im viergeschossigen Gebäude ist eine Einfeld-Turnhalle, ein Gymnastikraum und Platz für Catering und Merchandise vorgesehen. Auch Verwaltung könne unterkommen, so dass in anderen Gebäude Platz frei wird. „Die ans Gebäude integrierte Tribüne bietet 650 Sitzplätze.“

Das Baugesuch läuft, die Genehmigung steht noch aus. „Wir haben alle Beanstandungen abgearbeitet und würden gern noch im Dezember mit den Abbrucharbeiten beginnen.“ Entsprechende Firmen stehen Gewehr bei Fuß. Für die Halle müssen zwei Tennisplätze verlegt werden. Bisher ruhte während der Baseballspiele der Tennisball. Denn es kam schon mal vor, dass der eine oder andere Baseball Richtung Tennisplatz gedroschen wurde. Das wird dann nicht mehr vorkommen. Die Tennisplätze werden an die Hangkante zu den drei anderen Plätze versetzt. „Dafür ist ein zweites Baugesuch nötig.“

Gymnastikraum mit Blick aufs Baseballfeld

Für den Rohbau sei man schon recht weit. „Die Ausschreibungen laufen.“ Für das Dach ist Begrünung vorgesehen. Auch eine Fotovoltaikanlage könne unterkommen. Die Besonderheit am Gymnastikraum: Er bietet Blick aufs Baseballspielfeld. Jetzt sollen möglichst zügig die Tennisplätze entfernt werden und Vorbereitungen anlaufen. Der erste Rang der bisherigen Tribüne bleibt erhalten. Neu wird auch der Zugang ins Stadion sein.

Das Bauvorhaben wird durch die Stadt gefördert. Der TVC muss einen Eigenanteil in Höhe von 800 000 bis 1,2 Millionen Euro aufbringen. „Dem Projekt steht nichts mehr im Weg“, freut sich der Vereinsvorsitzende, der zudem betont: „Wir stehen nicht vor der Insolvenz, standen es auch nie.“ Der Baseballspielbetrieb ist während der Bauzeit nicht tangiert. „Der Spielbetrieb ab April ist möglich.“ Vorgesehen sei, dass das Gebäude in Erbbau an den TVC geht.

Wildes Parken verhindern

Zusätzliche Parkplätze sind nicht vorgesehen. Baurechtlich müssten keine erstellt werden, die Stellplatzvorgabe sei erfüllt. Die Zuschauerzahl bei Baseballspielen liege im Durchschnitt bei 400 bis 600. „Das stellt kein Problem dar.“ Bei 1000 Zuschauer werde darauf hingewiesen, wo nicht geparkt werden darf. Auf vereinseigener Fläche wurden Felsblöcke installiert, um wildes Parken zu unterbinden. Auf städtischer Fläche könne dies nicht gemacht werden. Schmid verweist auch auf Fremdparker. Wanderer und Hundebesitzer würden die Parkplätze nutzen.

Der TVC hat noch mehr vor. So soll 2021 ins Wohngebäude auf dem Areal eine Physiotherapie eingerichtet werden und auch die Tennishalle erweitert werden.

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