Am Schulzentrum Freiberg besteht erheblicher Raumfehlbedarf. Foto: Frey

Seit Jahren wird daran gearbeitet, das Schulzentrum Freiberg zu ordnen. Jetzt wurde ein Grundsatzbeschluss gefasst. Herbert-Hoover Grundschule und Bertha-von Suttner-Gemeinschaftsschule werden zusammengelegt.

Freiberg/Mönchfeld - Der Verwaltungsausschuss stimmte der Zusammenlegung der Herbert-Hoover-Grundschule und der Bertha-von-Suttner-Gemeinschaftsschule einmütig zu. Zudem soll der Schulcampus neu geordnet werden. Das Thema Schulzentrum Freiberg, zudem neben obigen Schulen noch das Eschbach-Gymnasium, die Helene-Fernau-Horn-Schule, die Kreuzsteinschule und der Schulkindergarten Abraxas gehört, hatte im Vorfeld und bei der Behandlung im Bezirksbeirat Mühlhausen für heftige Diskussionen gesorgt.

Auslöser für den Grundsatzbeschluss und die Neuordnung des Schulzentrums war unter anderem der Protest vieler Grundschuleltern über den ihrer Meinung nach zu langen Schulweg – bis zu 2,4 Kilometer – für ihre Kinder. Die Fusion der Grundschulen Mönchfeld und Herbert-Hoover und die Fokussierung am Standort Mönchfeld sowie das Vorhaben, die Grundschule auf drei Standorte zu verteilen, waren nicht von Erfolg gekrönt.

Problem der langen Schulwege scheint gelöst

Jetzt soll neben der Zusammenlegung zudem die Grund- und Gemeinschaftsschule am Standort Freiberg dreizügig geplant, die Grundschule am Standort Mönchfeld als zweizügige Außenstelle der Grund- und Gemeinschaftsschule Freiberg geführt werden. Damit scheint das Problem der langen Schulwege gelöst. Die Zusammenlegung der Herbert-Hoover- und Bertha-von-Suttner-Schule erfolgt spätestens mit dem Bezug des neuen gemeinsamen Gebäudes.

Aus Sicht der Verwaltung ist die Zusammenlegung sinnvoll, weil dann langfristig ein nachhaltiges Schulangebot am Standort Freiberg geschaffen werden kann, das auf die Bedürfnisse vor Ort ausgerichtet ist und über pädagogisches und schulorganisatorisches Entwicklungspotenzial verfügt. An beiden Schulen werde derzeit der Ganztagesbetrieb aufgebaut und mit neuen Lernformen gearbeitet.

Viele Gespräche im Vorfeld

Im Vorfeld gab es Runde Tische, wurden Gespräche mit den Schulleitungen beider Schulen, den Elternbeiratsvorsitzenden und Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann geführt. Beide Schulen sind sich darüber einig, dass der Standort Mönchfeld als Grundschul-Außenstelle geführt werden soll. Die Standorte Freiberg und Mönchfeld seien in den vergangenen Jahren zusammengewachsen und so besteht für Freiberger Eltern, die ihre Kinder gerne am Standort Mönchfeld beschulen lassen möchten, weiterhin diese Möglichkeit, ohne umschulen zu müssen.

Unter Berücksichtigung größerer Aufsiedlungen geht die Verwaltung langfristig von einer bis zu zweizügigen Außenstelle in Mönchfeld aus, so dass die Grundschule an den Standorten Freiberg und Mönchfeld insgesamt bis zu fünfzügig geführt werden kann. An beiden Standorten bestehe weiterhin die Wahlmöglichkeit zwischen Ganztag und Halbtagsschule. Die Bertha-von-Suttner-Schule befürwortet die Zusammenlegung von Grundschule und Gemeinschaftsschule uneingeschränkt, heißt es in der Beschlussvorlage.

Zusammenlegung erst im Neubau

Die Herbert-Hoover-Grundschule könne sich die gemeinsame Nutzung eines Gebäudes mit der Gemeinschaftsschule vorstellen, lehne aber eine Zusammenlegung zum jetzigen Zeitpunkt ab. Der Grund: Die Herbert-Hoover-Schule befindet sich im Moment noch mitten im Prozess der Zusammenlegung der Standorte Freiberg und Mönchfeld. „Aus Sicht der Schule gilt zunächst prioritär, beide Kollegien, Standorte und Stadtteile miteinander zu verbinden, bevor ein neuer Prozess gestartet werden kann.“ Darüber hinaus gebe es noch offene Fragestellungen, etwa bei den Leitungsstellen.

Auch die Verwaltung spricht sich gegen eine kurzfristige Zusammenlegung der beiden Schulen aus. Sie schlägt daher vor, den konkreten Zeitpunkt im Rahmen der Grundsatzvorlage zunächst offen zu lassen. Bei den anstehenden Planungen für die Raumkonzeption sollen beide Schulen gleichermaßen beteiligt werden. Der Prozess soll durch eine externe Moderation parallel begleitet werden mit dem Ziel, die Zusammenlegung konzeptionell vorzubereiten – unter Einbindung von Schulverwaltungsamt und Staatlichem Schulamt.

Unterschiedliche Reaktionen

Am Schulzentrum Freiberg ergibt sich insgesamt ein erheblicher Raumbedarf. Behoben werden soll dies durch den Neubau für die Grund- und Gemeinschaftsschule und der Unterbringung der Helene-Fernau-Horn-Schule im Gebäude der Herbert-Hoover-Schule. Das Eschbach-Gymnasium wird am Standort fünfzügig und die Kreuzsteinschule bleibt in ihrem Gebäude. Die Reaktion auf diese Variante fiel unterschiedlich aus. Während Eschbach-Gymnasium und Kreuzsteinschule uneingeschränkt zustimmten, die Bertha-von-Suttner-Gemeinschaftsschule die Variante als zukunftsfähig und die Herbert-Hoover-Schule als akzeptabel einstufte, lehnen die Helene-Fernau-Horn-Schule und der Schulkindergarten Abraxas den Umzug ins Gebäude Herbert-Hoover ab.

Wie geht es jetzt weiter? Nach der Beschlussfassung werden mit den Schulgemeinden der Herbert-Hoover-Schule, der Bertha-von-Suttner-Gemeinschaftsschule und der Helene-Fernau-Horn-Schule sowie dem Schulkindergarten Abraxas Beteiligungsprozesse angestoßen, um gemeinsam nutzerspezifische Raumkonzeptionen anhand der jeweiligen pädagogischen Konzepte zu erarbeiten. Auf Grundlage der erarbeiteten Konzeptionen wird das Hochbauamt dann Standortuntersuchungen beziehungsweise Machbarkeitsstudien durchführen.

Parallel dazu wird mit der Bertha-von-Suttner-Gemeinschaftsschule und der Herbert-Hoover-Schule der Prozess zur Zusammenlegung der beiden Schulen unter externer Begleitung angestoßen. Die Maßnahmen sind bisher nicht finanziert.

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