Seit 2017 wird das AOK-Gebäude saniert Foto: Uli Nagel

Eigentlich wollte die AOK ihr Cannstatter Kundencenter in der Brunnenstraße im Mai wiedereröffnen. Allerdings gibt es Verzug. der Termin ist jetzt erst Anfang Juli.

Bad Cannstatt - Nach einigen Problemen in der Vorbereitungsphase begann Ende 2017 die Sanierung des AOK-Gebäudes in der Brunnenstraße. Für große Verzögerung hatte damals die Beschaffung der Container gesorgt, die während des Um- und Ausbaus des mehr als 60 Jahre alten Bauwerks als AOK-Anlaufstelle dienen sollen. Rund 200 Kunden besuchen täglich die Interimscontainer auf dem Parkplatz. Und sie werden noch acht Wochen länger damit Vorlieb nehmen müssen. Erneut melden die AOK-Verantwortlichen Verzug. „Nicht so heftig wie im vergangenen Jahr“, kann Elisabeth Schöndorf, Pressesprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen, beruhigen. Statt des ursprünglich geplanten Eröffnungstermins im Mai, werde jetzt Anfang Juli das neue AOK-KundenCenter wiedereröffnet.

Bauliche Überraschungen

Eigentlich sollte das markante Gebäude bereits vor einem Jahr bezugsfertig sein – doch dann tauchten unerwartete Probleme auf. Im Laufe der Abbruch- und Entkernungsarbeiten wurden eine Vielzahl baulicher Eigenheiten entdeckt. Unter anderem wurden beispielsweise beim Abriss Rohre in Wänden entdeckt, die dort nicht verlaufen sollten. Im Erdgeschoss sind die Bauarbeiter zudem auf einen Kohlenkeller gestoßen, der in den Bauplänen aus der Nachkriegszeit nicht verzeichnet war. Hier galt es abzuwägen: Zuschütten oder wieder verwenden? Der Umgang mit den „baulichen Überraschungen“ war sehr zeitintensiv, allerdings nicht der einzige Grund für eine Verzögerung von gut einem halben Jahr. Auch bei dem AOK-Projekt macht sich bemerkbar, dass in der Baubranche Hochkonjunktur herrscht.

Barrierefreies Gebäude

Wenn das Gebäude einmal fertig ist, werden es die AOK-Kunden nicht mehr wiedererkennen, denn die Räume sind völlig neu aufgeteilt, sehr viel heller und moderner. Der heutige Haupteingang bleibt. Von dort werden die Kunden künftig zum Empfang geführt, der etwas nach hinten versetzt wird. Hier befindet sich auch der großzügige Wartebereich. Dort werden die Kunden von einem Mitarbeiter in eines der fünf neuen Beratungszimmer geführt. Denn das Gespräch finde nicht mehr am Arbeitsplatz des Mitarbeiters statt. Nach dem Umbau wird auch das wohl größte Manko – die fehlende Barrierefreiheit – behoben sein. Der neue Aufzug wird exakt in das „Treppenauge“ der aus Gründen des Bestandsschutzes im Original zu erhaltenden Wendeltreppe eingefügt werden. Welche Nutzung das dritte Geschoss erhält, steht allerdings noch nicht fest.

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