Die SPD will wissen, was nach dem Auszug der Musikschule mit dem Gebäude in der Kreuznacher Straße passiert. Foto: Uli Nagel

usikschule zieht Ende 2020 in die Überkinger Straße. Neue Heimat für vhs im Neckarpark.

Bad Cannstatt - Schon seit Jahren klagt die Volkshochschule Bad Cannstatt (vhs) über fehlenden Platz in der Kreuznacher Straße 13. Gleiches gilt für Stadtteilmusikschule, die hier rund 800 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Musikschuldirektor Friedrich-Koh Dolge hatte sich deshalb bereits 2018 für einen Umzug in das Gebäude in der Überkinger Straße 15 wegen dessen zentraler Lage ausgesprochen. Zwei Jahre zuvor hatten die für die Neckarvororte zuständigen vhs-Verantwortlichen im Bezirksbeirat Bad Cannstatt ihr neues, zukunftsfähiges Konzept präsentiert, wofür entsprechende Räumlichkeiten (rund 3000 Quadratmeter Fläche) an anderer Stelle benötigt werden. Beide Einrichtung sind in dem Gebäude Kreuznacher Straße 13, das laut Inschrift an der Hauswand im Jahr 1901 erbaut wurde, schon seit Jahren beheimatet. Seit 2018 steht fest: Beide bekommen ein neues Domizil. Während die vhs auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände im Bildungshaus neben der geplanten Schule angesiedelt werden soll, hat die Stadt auch für die Musikschule eine neue Heimat gefunden: in der Überkinger Straße 15.

So langsam können die Verantwortlichen der Einrichtung die Umzugskartons packen, denn laut Stadtverwaltung sei ein Einzug und die Inbetriebnahme der Musikschule zum Jahresende hin möglich. Momentan sind noch die Umbau- und Sanierungsarbeiten der Räume, in der zuvor das Notariat untergebracht war, noch im Gang. Sie müssen an die Anforderungen einer Musikschule angepasst werden. Startschuss für die Rückbaumaßnahmen waren 2019 und sind größtenteils abgeschlossen.

Im Gebäude in der Überkinger Straße ist bereits die Stadtteilbibliothek Bad Cannstatt. Im dritten Geschoss arbeitet das Tiefbauamt, Bauabteilung Neckar. Eine Zweigstelle des Gesundheitsamts soll laut Verwaltung noch folgen. Das Gebäude, das aus dem Jahr 1963 stammt, wurde einst für den zentralen Bäcker-Einkauf als Büro und Lagergebäude genutzt, bevor die Stadt es erworben hat. Dass sich dort die Musikschule ansiedeln kann, ist jedoch nur der Notariatsreform geschuldet. Das Notariat ist mittlerweile ausgezogen und wurde am Amtsgericht Bad Cannstatt in der Badstraße angesiedelt.

Doch ein neues Nutzungskonzept war nicht so einfach umzusetzen und war mit einem Baugesuch beim Baurechtsamt verbunden. Der Grund: Eine Bildungseinrichtung ist baurechtlich genehmigungspflichtig. Die Bestimmungen zu Fluchtwegen und Brandschutz sind sehr viel strenger. Eine wichtige Maßnahme ist auch, das Gebäude barrierefrei zu gestalten. Zwar verfügt es über einen Aufzug zu allen Etagen, jedoch bedeuten die Treppen im Eingangsbereich und die steile Rampe ein viel zu großes Hindernis für Menschen mit Handicap. Geplant ist zudem eine behindertengerechte Toilette im ersten Obergeschoss.

Im Zugangsbereich im Erdgeschoss gibt es weitere Neuerungen, die die Stadtteilbibliothek betreffen. Dort wird nach Angaben des Hochbauamts ein 24-Stunden-Buchrückgabeautomat eingerichtet. Außerdem sollen die Zugangsbereiche und Treppenhäuser attraktiver gestaltet werden. Bürgermeister Dirk Thürnau gibt für die Maßnahmen, Umsetzung des Brandschutzgutachtens sowie den Umbau zur Musikschule Gesamtkosten in Höhe von 1,36 Millionen Euro an.

Doch was wird aus dem Gebäude in der Kreuznacher Straße und wie könnte eine Nachnutzung nach Auszug der vhs und Musikschule aussehen? Die SPD forderte hierzu einen Bericht der Verwaltung, was alles denkbar wäre und wünscht, dass der Bezirksbeirat Bad Cannstatt frühzeitig an einem neuen Nutzungskonzept beteiligt wird. Der Antrag wurde ohne Gegenstimmen in der letzten Sitzung befürwortet.

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