Besonders nach einem sonnigen Wochenende quellen die Mülleimer in Parks und Grünanlagen – wie etwa am Cannstatter Kurpark – über. Foto: Schumacher

Derzeit werden Speisen und Getränke zum Mitnehmen bei schönem Wetter in Grünanlagen und Parks konsumiert. Wegen der großen Menge an Verpackungsmüll, quellen viele Abfalleimer über.

Bad Cannstatt - Das überwiegend schöne Wetter der vergangenen Wochen und die geltenden Corona-Beschränkungen locken viele Menschen in die Parks und Grünanlagen. Dabei darf auch ein Coffee-to-go oder Essen zum Mitnehmen nicht fehlen. Kein Wunder, konsumiert werden darf derzeit in Gaststätten nicht, denn Restaurants, Kneipen oder Biergärten sind wegen des Coronavirus noch geschlossen. Übrig bleiben die Verpackungen wie Plastikbecher, Pizza-Kartons oder Glasflaschen, die nicht immer entsorgt, sondern einfach liegen gelassen werden.

Aber auch die Abfalleimer quellen vielerorts angesichts der derzeit besonders großen Mengen über: „Wegen des schönen Wetters gehen wieder mehr Bürger ins Freie. In Folge dessen werden die Papierkörbe an den besonders attraktiven Orten, wie etwa am Max-Eyth-See, am Kursaal, aber auch an abgelegenen Bereichen vermehrt genutzt“, sagt Tanja Kiper vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS), der für die Leerung der Mülleimer zuständig ist. Für diese Mengen – insbesondere wegen des zunehmenden Verpackungsmülls von Speisen und Getränken zum Mitnehmen – seien die Behälter nicht ausgelegt. In den letzten Wochen mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWS auch feststellen, dass Hausmüll illegal in den öffentlichen Papierkörben entsorgt wird. Geleert werden die Abfalleimer im Cannstatter Kurpark drei Mal pro Woche, wobei auch die Umgebung gereinigt wird.

An besonders gut besuchten Plätzen wird bis zu sechs Mal geleert, auf der Königstraße sogar mehrmals täglich. Öfter geleert werden kann allerdings nicht, dafür fehlen Personal und Fahrzeuge. Ein weiteres Ärgernis beschäftigt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWS zusätzlich: „Zur Zeit wird vermehrt Müll aus Wohnungsrenovierungen entlang der Straßen und am Waldrand abgelagert“, sagt Kiper – der natürlich auch entfernt werden muss.

Im gesamten Stadtgebiet Stuttgart sind für die Straßenreinigung durch die AWS einschließlich der 45 Kehrmaschinenfahrer etwa 250 Personen tätig. Es werden jährlich über 3300 Tonnen Kehricht, Müll aus Papierkörben und wilder Müll eingesammelt – Tendenz steigend.

Für die verschmutzten Parks, Grünanlagen und Plätze sei jedoch nicht die wachsende Müllmenge ursächlich, sondern die Angewohnheit vieler Menschen, den mitgebrachten Müll einfach fallen zu lassen, obwohl der nächste Mülleimer nur wenige Meter entfernt sei, sagt Kiper. Um Müllsünder härter zu bestrafen, wurden im vergangenen Jahr die Bußgelder erhöht. Für eine weggeworfene Zigarettenkippe droht nun ein Bußgeld von 75 Euro zusätzlich 30 Euro Verwaltungsgebühr. Wer Gegenstände, die eigentlich in den Hausmüll gehören, wie Lebensmittelreste oder Verpackungen liegenlässt, riskiert eine Geldstrafe zwischen 50 und 250 Euro. Bei scharfkantigen Gegenständen, wie zum Beispiel Scherben einer Bierflasche, sind laut Bußgeldkatalog des Landes Baden-Württemberg 100 bis 800 Euro fällig. Für größere Mengen, wie illegal entsorgtem Sperrmüll von mehr als einem Kubikmeter oder mehr 2000 Kilogramm Gewicht, können bis zu 2500 Euro fällig werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Müllsünder auf frischer Tat ertappt oder ermittelt werden können – denn wo kein Kläger, da kein Richter.

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