Der Spielplatz mitten im Zoo: Kinder von Wilhelma-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern machten den ersten Praxistest. Foto: Wilhelma/Andreas Kaier

Kinder können sich im Regenwald-Ambiente vor dem Amazonienhaus austoben.

Bad Cannstatt - Schöne Überraschung für die Besucherinnen und Besucher nach der Wiedereröffnung der Wilhelma: Die Wilhelma hatte zwar Corona-bedingt geschlossen, ist aber nicht in einen Dornröschenschlaf verfallen. Alle Projekte, die zuvor schon begonnen waren, wurden weitergeführt. So auch die Umgestaltung des Hauptspielplatzes, der am Dienstag einer Horde begeisterter Kinder übergeben wurde. Die Anlage vor dem Amazonienhaus trägt jetzt thematisch die Handschrift eines Regenwalds.

„Bei der Wilhelma denkt man an Lebensräume für exotische Tiere und Pflanzen, aber eine Spielwelt für Kinder gehört ebenfalls zu einem gelungenen Familienausflug“, sagt Direktor Thomas Kölpin. „Hier können sich Mädchen und Jungen das, was sie auf dem Dschungelpfad im Amazonienhaus nebenan erlebt haben, in ihrer Fantasie weiter ausmalen und als kleine Entdecker durchspielen – oder einfach einmal weltverloren plantschen, matschen und herumtollen, bevor es weiter geht zu Affen, Löwen und Elefanten.“ Entsprechend der Corona-Verordnung bleibt die Zahl der zugelassenen Kinder vorerst begrenzt. Wegen seiner Weitläufigkeit sind jedoch insgesamt 34 Kinder gleichzeitig erlaubt.

Trotz seiner Größe will auch der Spielplatz entdeckt werden. Die Spielfläche von 1000 Quadratmetern ist auf einem doppelt so großen Areal in hohe Büsche und Bäume eingebettet. Seit dem ersten Spatenstich im Januar entstanden vier Spielsegmente: In einem Heckenlabyrinth aus Bambus lernen die Kinder, wie schwer es ist, sich im Dschungel zu orientieren. Am Ziel treffen sie auf die Skulptur eines Stirnlappenbasilisken, eines Reptils, das auch im Biotop des Amazonienhauses lebt. Eine große Holzkonstruktion nutzt Elemente des Regenwaldes wie Stege, Seile, Brücken, Rampen und eine Baumhütte, um kleine Entdeckerinnen und Entdecker zum Klettern, Balancieren und Rutschen zu animieren. Mit Bezug auf den Amazonas-Strom gibt es nun einen Wasserbereich zum Experimentieren mit dem nassen Element. Das flache Becken säumt ein Zulauf mit verschiedenen Pumpen. Ein Holzsteg aus heimischer Lärche lädt zum Ausruhen ein. Erhalten geblieben sind zudem die beliebten Einzelgeräte des Vorgänger-Spielplatzes: So kann man weiterhin auf den Holzkaiman kraxeln und auf dem Amazonas-Kanu wippen. Die Baukosten inklusive Planung lagen bei 375 000 Euro. Hinzu kamen Instandsetzungsmaßnahmen wie Wegesanierung, Anpflanzungen und eine Zisterne. Damit lässt sich das Wasser vom Spielplatz auffangen und auch noch für die Bewässerung der Grünanlagen nutzen.

Der Amazonien-Spielplatz gehört zu den inzwischen zwölf Stationen der Kinderturn-Welt. Bei diesem Bewegungsparcours in Kooperation mit der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg sind die Kinder aufgefordert zu klettern, hangeln, hüpfen oder laufen wie die Tiere im jeweiligen Wilhelma-Umfeld. Aufgefrischt wurde darunter in der Corona-Pause der Eichhörnchen-Pfad gegenüber den Zebras. Neu hinzugekommen ist die Tiger-Station im oberen Parkbereich. Daneben soll zukünftig ein Tiger-Landschaftsgehege entstehen. Den Hangelparcours am früheren Menschenaffenhaus haben Attraktionen aufgewertet, mit denen die Wilhelma Down Under auf der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn präsentierte. Das Haus selbst wird derzeit in ein Australienhaus umgestaltet.

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