Derzeit werden umfangreiche Sanierungsarbeiten am Bahnhofsgebäude durchgeführt. Foto: jas

Die leer stehenden Ladenlokale und Gastronomieflächen werden ab Februar 2021 wieder bezogen.

Bad Cannstatt - D erzeit herrscht in Teilen des Bahnhofsgebäudes Leerstand: Zuletzt hatte der Döner-Imbiss, der erst im Gebäude und schließlich außerhalb neben dem Eingang zu finden war, geschlossen. Das Bistro neben dem Supermarkt steht seit längerem leer, genau wie die Räume des Cannstatter Tors. Das traditionsreiche Lokal hatte im April vergangenen Jahres zugemacht. Das Bahnhofs-Restaurant war für viele Cannstatter eine Institution und viele Jahre mit dem Namen Atz verbunden. 1956 übernahm Hans Atz die Bahnhofs-Gastronomie. Die Gaststätte übergab er 1967 seinen Söhnen Hans und Gerd Atz. Am 31. März 1994 übergaben sie das Lokal an Alexander Laub, dessen Pachtvertrag 2004 beendet wurde. Zuletzt führte Wolfgang Lang die Gastronomie.

Seit Oktober werden Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten im und am Bahnhofsgebäude durchgeführt. „Aus diesem Grund sind die Ladenflächen aktuell nicht vermietet“, sagt eine Bahnsprecherin. Doch diese Situation wird sich bald ändern. Die Baumaßnahmen sollen im Bereich der Ladenlokale bis Februar 2021 abgeschlossen sein. Anschließend werden die Räume den neuen Mietern übergeben, die mit ihren Ausbauarbeiten beginnen. Wer genau einziehen wird, will die Bahn vorab allerdings nicht Preis geben.

Um das Bahnhofsgebäude in Schuss zu halten, werden von der Deutschen Bahn verschiedene Instandhaltungsmaßnahmen an der Fassade, den Fenstern und am Dach durchgeführt. Diese Arbeiten sind Teil einer Komplettrenovierung, die bis Ende des Jahres 2021 Schritt für Schritt ausgeführt wird. Kostenpunkt: 2,5 Millionen Euro. Darin inbegriffen sind auch Baumaßnahmen am östlichen Empfangsgebäude, mit denen 2021 begonnen wird. Doch nicht nur im Bahnhofsgebäude stehen Veränderungen an. Auch der Vorplatz soll bis zur Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2024 umgestaltet werden. Die Stadt prüft, wie sich Bad Cannstatt bis zu dem Großereignis präsentieren könnte. Derzeit wird deshalb eine Machbarkeitsstudie vom Amt für Stadtplanung und Wohnen in Zusammenarbeit mit den anderen beteiligten Stellen in der Verwaltung, der Stuttgarter Straßenbahnen AG und der Deutschen Bahn erarbeitet. Im nächsten Jahr wird für die Umgestaltung ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt.

Die Verwaltung prüft außerdem, ob der Bahnhofsvorplatz für den Kfz-Verkehr gesperrt werden könnte, ob die Kiss-and-Ride-Zone, in der kurz angehalten wird, um jemanden am Bahnhof abzusetzen oder abzuholen, an eine andere Stelle verlegt werden kann. Busse und Taxis sollen im Bereich rund um den Bahnhof auch künftig halten dürfen. Zudem wird geklärt, wo sich im Bahnhofsbereich künftig Bushaltestellen befinden könnten. Ebenso werden die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder unter die Lupe genommen. Dem Beispiel Fellbachs folgend, ist auch für den Cannstatter Bahnhof ein Fahrradparkhaus gewünscht.

Auch hinter dem Bahnhof sehen zumindest die Cannstatter Bezirksbeiräte Handlungsbedarf. Die Lokalpolitiker fordern, einem Antrag der Grünen-Fraktion folgend, dass die Verwaltung überprüft, ob zwischen dem Bahndamm und der Kleemanstraße eine öffentliche Wegeverbindung geschaffen werden kann.

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