Am Prießnitzweg sollen bis zum Jahr 2024 sechs Gebäudekomplexe mit insgesamt 329 Wohnungen entstehen. Foto: z

SWSG baut bis 2024 sechs Mitarbeiterwohnhäuser am Krankenhaus. Die Gebäude werden möglichst klimaneutral gebaut.

Bad Cannstatt - Derzeit ist der Anblick, der sich Passanten im Prießnitzweg beim Krankenhaus Bad Cannstatt bietet, wenig spektakulär. Zu sehen ist eine Baugrube mit Zaun drumrum. Doch das wird sich bald ändern. „Hier entsteht ein Vorzeigeprojekt für Stuttgart“, ist Samir Martin Sidgi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG), überzeugt. Das Unternehmen baut am Prießnitzweg sechs vier- und fünfgeschossige Gebäude mit insgesamt 329 Wohnungen für das Krankenhauspersonal mit einer Gesamtwohnfläche von 10 700 Quadratmetern.

Gebaut wird unter besonderer Berücksichtigung ressourcenschonender und klimafreundlicher Aspekte, sagt Sidgi. Konkret werde in der Wohnanlage mehr Strom entstehen, als deren Bewohner verbrauchen – ein sogenanntes Energiehaus-Plus-Quartier. Technisch möglich macht das eine effiziente Energieerzeugung auf Basis von Sole-Wasser-Wärmepumpen, Fotovoltaikmodulen und Solar-Hybridkollektoren. Außerdem ist ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung zur Optimierung des Heizbedarfs vorgesehen. Bezüglich der Nutzung des überschüssigen Stroms ist eine Kooperation mit den Stadtwerken Stuttgart geplant.

Eine weitere Besonderheit: „Es werden Holzmodule verbaut, die recycelbar sind“, sagt Helmuth Caesar, Technischer Geschäftsführer der SWSG. Entwickelt wurden die Gebäude, in Fachkreisen Aktivhäuser genannt, übrigens vom Architekten Werner Sobek.

Eigentlich gelte bei der SWSG das Credo Umnutzung statt Neubau, doch das sei im Fall des Prießnitzwegs wegen des schlechten Zustands der vorherigen Gebäude nicht möglich gewesen, sagt Sidgi. Mit den Abbrucharbeiten wurde in diesem Jahr begonnen, die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist für das Jahr 2022 vorgesehen. Beim zweiten Bauabschnitt beginnen die Abrissarbeiten 2022, die Gebäude in diesem Bereich sollen 2024 fertig sein. Bereits 2022 könnten folglich die ersten 157 Wohneinheiten bezugsfertig sein. Zwei Jahre später soll die zweite Bauphase mit 172 Wohneinheiten und einer Tiefgarage abgeschlossen werden. Wichtig sind der SWSG „attraktive Mieten für die Klinikangestellten“, sagt Sidgi.

Die SWSG ist nicht nur im Prießnitzweg aktiv. Nachdem Wohnungen am Olga-Areal im Stuttgarter Westen sowie der Umbau des benachbarten, ehemaligen Schwesternwohnheims in der Senefelder Straße fertiggestellt wurden, stehen weitere Projekte auf dem Plan: unter anderem der Umbau eines ehemaligen Verwaltungsgebäudes des Hauptzollamts des Bundes in der Hackstraße im Stuttgarter Osten, hier sollen 16 Wohnungen entstehen, sowie die Umnutzung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in der Birkenwaldstraße im Stuttgarter Norden, hier sollen 23 Mietwohnungen entstehen. Umgenutzt wird auch das ehemalige Bettenhaus des Bürgerhospitals. Geplant sind hier 137 Wohnungen von denen 134 öffentlich gefördert werden sowie eine Kita und ein Familienzentrum.

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