Illegal abgeladener Sperrmüll wie in der Brunnenstraße sorgt immer wieder für Beschwerden. Foto: Sebastian Steegmüller

Beim Beschwerdemanagement der Stadt gingen im vergangenen Jahr 13 700 Gelbe Karten ein.

Bad Cannstatt - Wen etwas im Stadtgebiet stört, der kann das Beschwerdemanagement der Stadt nutzen und eine sogenannte Gelbe Karte einreichen. Die Hauptärgernisse im vergangenen Jahr waren Müll und mangelnde Sauberkeit. Knapp 3000 Gelbe Karten gingen bei der Verwaltung diesbezüglich ein. Am zweithäufigsten wurde das Thema Straße und Verkehr, etwa 2400 Eintragungen, von den Bürgerinnen und Bürgern moniert; gefolgt von Beschwerden über Ordnungswidrigkeiten, Mängel an Straßenbeleuchtungen, Grünflächen und Spielplätzen.

Insgesamt hat die Verwaltung im Jahr 2020 „etwa 13 700 Eingaben erhalten, in 2019 waren es circa 13 000 Gelbe Karten“, sagt Jasmin Bühler, Pressesprecherin der Stadt. Dabei handelt es sich aber nicht ausschließlich um Beschwerden – auch Ideen, Vorschläge, Lob und Fragen gingen ein. Im vergangenen Jahr wurden bei rund 74 Prozent der Gelben Karten Kritik geübt oder Störungen gemeldet, bei sieben Prozent der Eingaben wurden Ideen und Vorschläge eingebracht, zwei Prozent enthielten ein Lob und in 17 Prozent wurden Fragen gestellt.

Viele Gelbe Karten enthalten konkrete Hinweise, zum Beispiel zur Verkehrssicherheit. Dabei handelt es sich etwa um Stolperfallen auf Gehwegen, Fahrbahnbeschädigungen oder umgefallene Verkehrszeichen. Aber auch verschmutzte Plätze und Grünanlagen werden sehr häufig bemängelt. Durch das Beschwerdemanagement werden der Verwaltung zufolge oft Schwachstellen aufgedeckt, die der Stadt noch nicht bekannt waren. So blockierte etwa ein vergessener Baubehelfszaun einen Gehweg und damit den Fußgängerverkehr. Nach einer Gelben Karte wurde er entfernt. Ein Bürger regte an, Bänke an einem Aussichtspunkt aufzustellen. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt fand diese Idee gut und stellte gleich zwei Bänke auf. Viel verändert habe sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 bei den Themen nicht, sagt Bühler. Allerdings gibt es gewisse jahreszeitliche Schwankungen: In den Wintermonaten zum Beispiel häufen sich Fragen und Kritik zur Räum- und Streupflicht sowie nicht funktionierenden Straßenbeleuchtungen. Im Sommer dagegen sind Grünanlagen, Kinderspielplätze oder Fragen zu den Freibädern beim städtischen Beschwerdemanagement hoch im Kurs.

Für das Jahr 2020 hat die Verwaltung bisher etwa 70 Prozent der Eingaben ausgewertet. Demnach wurde in 55 Prozent der Fälle eine Anregung kurzfristig umgesetzt oder eine Verfahrensänderung vorgenommen. Bei 19 Prozent sollte ein Vorschlag weiterverfolgt werden. In 26 Prozent der Fälle war es laut Verwaltung dagegen nicht möglich, der Anregung zu folgen, weil Rechtsvorschriften oder Interessen Dritter entgegenstanden oder die entsprechenden finanziellen Mittel fehlten.

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