Im Jahr 1952 wurde das Jugendhaus Mitte in der Innenstadt eröffnet. Foto: stjg

Die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft wird 70 Jahre alt.

Bad Cannstatt - Vor sieben Jahrzehnten ist der Stuttgarter Jugendhaus Verein gegründet worden, hat 1952 das erste Jugendhaus mitten in der Stadt entwickelt. Damals hätte sich wohl niemand träumen lassen, welche Entwicklung er nimmt. Heute hat die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft (stjg) 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unter anderem sind sie in der Schulsozialarbeit tätig, in Ganztags- und in Gemeinschaftsschulen, begleiten zudem die Allerkleinsten in Kindertagesstätten, sind in Familien- und Stadtteilzentren sogar für die älteren Generationen Ansprechpartner.

Immer internationaler

Die Entwicklung des Vereins – 2007 erfolgte die Umfirmierung zur gemeinnützigen Gesellschaft – ist definitiv eine Erfolgsgeschichte. Auch wenn die Aufgabenfelder im Vergleich zu den Gründungsjahren sich deutlich vergrößert haben, sind die Ziele die gleichen. Ihr Auftrag war und ist es, die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen zu begleiten, sie zu stärken, ihnen Orte zur Selbstverwirklichung zu bieten und mit zeitgemäßen Angeboten auf die aktuellen Bedürfnisse einzugehen. Nicht immer ein leichtes Unterfangen, denn hinter der stjg liegen bewegte Jahrzehnte. Alle Themen, die Stuttgarts Stadtgesellschaft seit der Nachkriegszeit beschäftigten, fanden ihren Niederschlag auch in den Einrichtungen des Trägers. So vertiefte sich beispielsweise mit der Studentenbewegung der Mitbestimmungswille junger Menschen in den Jugendhäusern, diese wurden im Zuge der Friedensbewegung mancherorts zu atomwaffenfreien Zonen erklärt und der offene Bereich als „Wohnzimmer“ von einer immer internationaleren Schar junger Menschen genutzt. Mit Präventionsangeboten reagierte man bereits in 1970er-Jahren auf die zunehmenden Sorgen und Nöte der Jugendlichen, sei es Drogenkonsum, Arbeitslosigkeit, Fremdenhass oder Genderfragen.

Cann löst das Jugendhaus Anna ab

Die stjg hat sich seither ständig weiterentwickelt und realisiert mittlerweile an vielen Orten immer neue Angebote. Seit Anfang 2011 hat sie ihre Geschäftsstelle hinter dem Bahnhof Bad Cannstatt, zusammen mit dem Jugendhaus Cann, welches das 1951 errichtete Jugendhaus Anna in der Gnesener Straße ersetzt. Ein beliebter Treffpunkt im Stadtbezirk ist die 2016 eröffnete Skatehalle Stuttpark. Der 2001 gegründete mobile Circus Circulli schlägt regelmäßig seine Zelte auf dem Stadtteilbauernhof auf. Mit den 22 Abenteuerspielplätzen und Jugendfarmen arbeitet die stjg seit 1973 zusammen, heute ist sie Personalträger der Plätze. 1977 rollte zudem das erste Spielmobil durch Stuttgart, mittlerweile sind vier „Mobifanten“ unterwegs, um auch an ungewöhnlichen Orten temporäre Spielplätze für Kinder zu schaffen.

Auf Pandemie reagiert

Auch mit großen Veranstaltungen wie der erstmalig 2019 in der Skatehalle realisierten Ideenwerkstadt-Messe oder dem „Fest für Kinder“ im Schlossgarten ist die stjg in Stuttgart präsent. Sie stellt Kinderspielstädte wie den Stutengarten im Reitstadion oder den Ratzelbach in Untertürkheim auf die Beine. In diesem Jahr realisierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb kürzester Zeit die „Kesselferien“, um Kindern und Jugendlichen trotz der Pandemie schöne Sommerferien zu ermöglichen.

Das Jubiläum feiert der Träger pandemiebedingt virtuell mit einem Film: https://www.stjg-news.de/70-Jahre.

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