Kostas Koufogiorgos in seinem Atelier vor seinen Gemälden. Foto: /Iris Frey

Kostas Koufogiorgos porträtiert als Karikaturist, Maler und Fotograf die schwäbische Heimatstadt.

Bad Cannstatt - Kostas Koufogiorgos hat drei Dinge, die er in seinem Leben besonders gern macht. Karikaturen zeichnen ist eine, davon lebt er. Er hat Aufträge von Tageszeitungen und politischen Wochenmagazinen und jetzt vom Bund der Zeitungsverleger einen dritten Preis gewonnen. Das hat ihn sehr gefreut. Seine zweite Lieblingsbeschäftigung ist die Malerei und die Dritte, die Fotografie. Beste Unterstützung bekommt er von seiner Frau, die Gemälde restauriert und Leinwände nach alter Art vorbereitet und die Rahmen selbst herstellt. Der Karikaturist, der Wirtschaft studiert hat, stammt aus Griechenland. Er ist 1972 im westgriechischen Arta geboren, lebt seit 2011 in Deutschland. Und sein liebster Ort ist Bad Cannstatt. Hier wohnt er sehr gerne, was er immer wieder beteuert. Zuletzt hat er viele Jahre in der Liebenzeller Straße gelebt, dann ein Jahr in Haigerloch und jetzt ist er wieder zurückgekehrt ins geliebte Bad Cannstatt. Das ist seine Heimat. Hier fühlt er sich wohl.

Die Kirche ist seine große Liebe

Immer hat er eins im Blick: die Stadtkirche. Diese malt und fotografiert er immer wieder. Zuletzt hat er Gemälde von der Stadtkirche bei der Ausstellung „Künstler sehen ihre Stadt“ beim Evangelischen Verein zusammen mit dem Cannstatter Kulturmenü gezeigt.

Malen tut er schon von klein auf, erzählt er. Aber ein Mittelpunkt seines künstlerischen Arbeitens ist die Stadtkirche. „Die ist meine große Liebe“, gesteht er. Malerisch hat er sie im jüngsten Bild in kräftig leuchtende Farben getaucht. „Ich habe sie gemalt, weil ich sie jetzt nicht mehr sehe, von dort, wo ich wohne“, sagt er. Und auf dem Turm war er auch schon ein paar Mal. Dort hat er sogar Arbeiten ausgestellt: Letztes Jahr noch hat er seine Karikaturen auf dem Stadtkirchenturm gezeigt. „Die Bilder waren an zwei Tagen ausverkauft“, sagt er und strahlt. Er hat mit dem Verkauf die Stadtkirchengemeinde und die Sanierung der Kirche unterstützt. Er hilft gerne anderen Menschen. Kürzlich hat er sein Atelier in der Tilsiter Straße eröffnet. Dort ist alles beisammen, was er an Kreativität entfaltet: Seine Bilder, in Mischtechnik aber auch in Öl gemalt. Seine Karikaturen, die Veröffentlichungen, die Fotografien.

Tausende Fotos von Bad Cannstatt

Rund 5000 Fotografien hat er von Bad Cannstatt, immer wieder zu sehen ist dabei natürlich die Stadtkirche. Bei unterschiedlichster Beleuchtung, mit blauen Himmel und Federwolken, Abend- und Nachthimmel, Sternschnuppe, Blitz und Gewitterstimmung. Auch das Innere hat er beeindruckend festgehalten: die bunten Glasfenster und das Kirchenschiff in seiner architektonisch reizvollen Struktur. Mal richtet er den fotografischen Blick über den Neckar rüber zur Kirche. Immer unterschiedlichste Standpunkte.

Seit 2011 verkauft er seine Bilder an die Online-Gallery Saatchi in Amerika. Seine Malerei ist vielfältig, doch auch hier, wie in den Karikaturen ist sein Stil erkennbar. „Malen ist ein Prozess“, sagt er. Mal ist er mit Spraydosen und Acryl, Kohle, Kreide, Stift aktiv, dann mit Öl. Er malt menschliche Figuren abstrahiert, Porträts – alles aus dem Gedächtnis. Malerisch beschäftigt er sich auch mit Autos, die der in Form von kleinen Oldtimern im Format 1:18 sammelt und in seinen Regalen säuberlich aufgereiht hat. Auch Landschaften und das Thema „Arm und Reich“ hat er in seinen Gemälden verarbeitet. Licht und Schatten spielen eine Rolle, aber auch komplementäre Farbkontraste.

Gesichter und Landschaften

Wenn er seine Cannstatt-Fotos anschaut, scheint der Schritt zur Kunst für ihn ganz leicht. Denn er malt digital am Computer. Fotos dienen ihm auch zur Inspiration und Grundlage für so manches Bild. Die Stadtkirche hat er digital gemalt, dann auf Leinwand ausgedruckt und wieder übermalt. So entstehen komplexe Bilder, die das Herz nicht nur des Cannstatt-Griechen aufleuchten lassen. Manche seiner figürlichen Bilder scheinen zum Greifen nah zu sein, Menschen, denen unsereins schon begegnet ist, in der Stadt. Gesichter, die vom schwierigen Leben erzählen, von Sorgen und Nöten. Oder Gesichter, die ganz die Interpretation frei lassen, weil sie flächig gemalt sind.

Koufogiorgos hat 1989 nach dem Abitur Wirtschaftswissenschaften in Athen studiert und zeitgleich begonnen, als Karikaturist für verschiedene Zeitungen und Magazine zu arbeiten. Seine ersten Arbeiten wurden im Magazin Odigitis veröffentlicht. Er hat für zahlreiche politische und Wirtschaftszeitungen und Magazine gearbeitet, Bücher, Werbeanzeigen und Poster illustriert.

Weitere Infos über den Künstler und zum Atelier gibt es im Internet unter www.koufogiorgos.de.

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